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Medikamente richtig einnehmen

Wir alle kennen mehr oder weniger das Problem mit der Einnahme von Medikamenten. Viele sträuben sich Medikamente einzunehmen, obwohl sie um deren wichtige Wirksamkeit wissen und diese auch benötigen. Manche Tabletten oder Kapseln sind gar so groß, dass man beim alleinigen Anblick schon sagen möchte, dass es unmöglich sein wird, diese zu schlucken. Andere wiederum sind gar so winzig, dass Rheumatiker oder auch  Patienten mit neurologischen Problemen, Schwierigkeiten haben, diese überhaupt aufzugreifen.

Sieht man sich die Größe und auch die Verpackungsweise  vieler Medikamente an, kann man leicht auf den Gedanken kommen, dass sich die Hersteller dieser Präparate keine Vorstellungen von den alltäglichen Schwierigkeiten der Patienten machen. Schlechte Feinmotorik betrifft nicht nur Rheumatiker, sondern auch ältere Menschen oder Patienten die an Parkinson oder Diabetes leiden oder  einen Schlaganfall hatten. Da kann das Aufnehmen einer winzig kleinen Tablette zu einer großen Hürde werden, äußerst zeitaufwendig und auch stressvoll sein. Extrem große Tabletten können bei der Einnahme bei manchen Patienten einen regelrechten Widerwillen auslösen. Wenn nur ab und zu die Notwendigkeit der Einnahme von solchen Präparaten notwendig ist, so kann sich der einzelne sicher noch leichter damit abfinden. Wenn dies aber ein Patient ist, der ständig Medikamente nehmen muss, so kommt zu der Erkrankung noch eine zusätzliche Belastung hinzu. Aber nicht nur die Einnahme, auch das Lesen von oft sehr kleingedruckten Beipacktexten kann für altersschwache Augen oder überhaupt bei einer Sehschwäche, sehr hinderlich sein. Da können dann die Einnahmeempfehlungen, die Dosierung oder auch die Nebenwirkungen gar nicht erst nachgelesen werden.

Es besteht daher auch seitens der Österreichischen Rheumaliga der große Wunsch, dass die Pharmaindustrie diesbezüglich mehr „Patientenfreundlichkeit“ und Praxisnähe zeigen würde.

Wie nimmt man Medikamente richtig ein?

Generell ist eines zu beachten: die Pillen, Dragees oder Kapseln sollten immer mit ausreichend Wasser zu sich genommen werden! Es herrscht die trügerische Meinung, Medikamente mit Milch zu sich zu nehmen sei verträglich und besser. Gerade bei Antibiotika kann das die Wirkung des Medikamentes erheblich herabsetzen. Bei Antibiotika bildet der Kalziumgehalt der Milch mit bestimmten Wirkstoffen des Präparates eine nichtlösliche Verbindung, die nicht durch den Darm im Organismus aufgenommen werden können. Da es auch andere Medikamente gibt die auf gewisse Wirkstoffe reagieren (z. B. auf Kaffe, Tee etc.) sollte immer auf eine Einnahme mit ausreichend Wasser geachtet werden.

Was soll ein Rheumatiker bei seinen Medikamenten beachten?

Im Grunde ist es so, dass die chronisch kranken Patienten um die Wirksamkeit und die Einnahmeempfehlungen ihrer Medikamente sehr gut bescheid wissen. Bei frischdiagnostizierten Betroffenen sieht das naturgemäß anders aus. Grundsätzlich erklärt der behandelnde Arzt seinem Patienten die richtige Einnahme und Dosierung und auch die Wirksamkeit der verschriebenen Präparate. Nun ist es aber oft so, dass z. B. gerade bei den Basistherapien der Betroffene ungeduldig wird, da er nach 2 oder 3 Wochen noch immer keine Wirkung verspürt.

Generell kann man sagen:


NSAR (nicht stereoide Antirheumatiker) (z. B.: Voltaren, Ibrufen, Indomelan…):

Dosierung nicht höher als im Beipacktext angegeben
Wenn der Arzt einen Magenschutz verschrieben hat, unbedingt einnehmen
Diese Medikamente NICHT kombinieren


Analgetika

Auch hier die Höchstdosis beachten (z. B. Tramal, Codidol…)
Diese Präparate kann man mit NSAR kombinieren – Rücksprache mit dem Arzt!


Cortison

Dosierung wie vom Arzt angegeben
Nicht abrupt absetzen!
(Cortison wird zu vielen anderen Medikamenten kombiniert)
keine Angst vor in der Bevölkerung herrschenden „Schauergeschichten“


Basistherapien (Methotrexat, Salazupyrin, Resochin, Imurek…)

Genaue Dosierung wie vom Arzt angegeben beachten!
NICHT selbständig absetzen
GEDULD! Bei manchen dieser Präparate setzt die Wirkung oft erst nach 3 Monaten ein


Bei auftretenden Nebenwirkungen sollten Sie stets sofort Ihren Arzt verständigen. Keine Angst vor den Medikamenten, ihr behandelnder Arzt wird genau abwägen, warum er Ihnen dieses und kein anderes Präparat verschrieben hat.

Es gibt keine Wirkung ohne Nebenwirkung – die schlimmste Nebenwirkung an sich ist die Krankheit selbst

Daniela Loisl

Stand: 18.03.2008

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