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Ciclosporin (z.B. Immunosporin)

<b>Ciclosporin</b> (Handelsname z.B. Immunosporin) ist die Weiterentwicklung des lange bewährten Arzneimittels Sandimmun, das schon seit vielen Jahren zur Therapie der <a href="/rol/krankheitsbilder/rheumatoide-arthritis/"> rheumatoiden Arthritis (chronischen Polyarthritis)</a>, anderer entzündlich-rheumatischer und immunologischer Erkrankungen sowie weiterer Krankheitsbilder eingesetzt wird.

Ciclosporin ist ein besonderes Immunsuppressivum, das sich von den anderen bekannten immunsuppressiven Medikamenten durch einen besonderen Wirkmechanismus unterscheidet. Der Wirkstoff Ciclosporin (damals noch Cyclosporin genannt) wurde erstmals in den Sporen (deshalb die Endung -sporin) eines Pilzes entdeckt, der auf dem norwegischen Fjell wächst. Ciclosporin wurde zunächst in der Transplantationsmedizin eingesetzt, um die Abstoßung des übertragenen Organs zu verhindern. Dabei zeigte sich, daß es allen bisher verwendeten Medikamenten und Verfahren zur Verhinderung einer Transplantatabstoßung weit überlegen war. Ciclosporin ist das Medikament, von dem man heute nach vielen Jahren wahrscheinlich mit Recht behaupten darf, daß es die Nachbehandlung nach Organtransplantationen revolutioniert hat. Die heutigen grandiosen Erfolge verdankt die Transplantationschirurgie unter anderem dem Ciclosporin.

Basierend auf den Erfahrungen aus der immunsuppressiven Therapie in der Transplantationsmedizin wurde Ciclosporin zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen erstmals 1979 eingesetzt. Die Erfolge waren hier zunächst nicht so spektakulär, sondern anfangs sogar eher etwas entmutigend. Dies lag daran, daß man erst die genaue Anwendung und Dosierung von Ciclosporin für die Behandlung der rheumatischen Erkrankungen lernen mußte.

In den folgenden Jahren wurde Ciclosporin in mehreren großen internationalen Studien (z.B. SIMERA-Studie = Sandimmun in early rheumatoid arthritis) in der Behandlung der chronischen Polyarthritis und anderer entzündlich-rheumatischer und immunologischer Erkrankungen angewendet und systematisch untersucht.

Insgesamt kann man auf der Grundlage dieser Studien sowie aus der täglichen praktischen Anwendung von Ciclosporin folgende wesentlichen Merkmale zusammenfassen:

  • Ciclosporin gehört in der Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen in die Gruppe der langwirksamen Antirheumatika ("Basistherapeutika"). Daraus leiten sich wesentliche Eigenschaften von Ciclosporin ab.
  • So ist Ciclosporin ebenso wie beispielsweise intramuskulär verabreichtes Gold (z.B. Tauredon) in der Lage, bei einer frühen chronischen Polyarthritis das Auftreten von entzündlichen Knochen- und Gelenkveränderungen (sogenannten Erosionen oder Usuren) zu verhindern oder ihre Entstehung wenigstens hinauszuzögern oder zu verlangsamen. Dies gilt in ähnlicher Weise auch bei fortgeschritteneren Stadien einer chronischen Polyarthritis, bei denen Ciclosporin ebenfalls in den chronischen entzündlichen Prozeß eingreift und die Entzündung langfristig hemmen oder vermindern kann.
  • Als sogenanntes "Basismedikament" wirkt Ciclosporin genauso wie alle anderen langwirksamen Antirheumatika nicht sofort, sondern benötigt zur Entfaltung seiner Wirkung eine gewisse Zeit. Früher nahm man an, daß Ciclosporin seine Wirkung bereits nach wenigen Wochen zeigen würde. Wir wissen heute, daß man dies bei einigen Patienten in der Tat so beobachtet. Bei vielen Patienten kommt der Wirkungseintritt von Ciclosporin aber sehr viel später, zum Teil erst nach Monaten (so ähnlich wie bei intramuskulär verabreichtem Gold, Tauredon). Dieser Gesichtspunkt ist besonders wichtig, damit eine langwirksame antirheumatische Therapie mit Ciclosporin nicht bereits nach kurzer Zeit wegen sogenannter Wirkungslosigkeit abgebrochen wird.
  • Im Gegensatz zu einigen anderen immunsuppressiven Medikamenten, die bei der Behandlung entzündlich-rheumatischer und immunologischer Erkrankungen zur Anwendung kommen (Immunsuppressiva), hat Ciclosporin keinen hemmenden Einfluß auf das Knochenmark oder die Schleimhäute. Weil die Bildung von Granulozyten (eine Unterabteilung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) ) durch Ciclosporin nicht beeinträchtigt wird, ist das Infektionsrisiko hinsichtlich einer Infektion mit Bakterien oder Pilzen unter Ciclosporin nicht so hoch wie unter anderen Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken.
  • Nach den bisher vorliegenden wissenschaftlichen Studien und auch nach den Erfahrungen aus der täglichen Praxis ist Ciclosporin bei der Behandlung der chronischen Polyarthritis ein sehr wirksames Medikament. Seine langwirksame antirheumatische Wirkung ist etwa der von intramuskulärem Gold (z.B. Tauredon) vergleichbar. Die Daten der SIMERA-Studie (s.o.) zeigen allerdings eine bessere Verträglichkeit.
  • Die Wirksamkeit von Ciclosporin ist für die Behandlung weiterer entzündlich-rheumatischer und immunologischer Erkrankungen gut belegt. Speziell ist Ciclosporin ein sehr wirksames langwirksames antirheumatisches Medikament bei der Therapie der Schuppenflechten-Gelenksentzündung (Psoriasis-Arthritis). Dies betrifft auch die Wirkung von Ciclosporin auf die Hauterscheinungen der Schuppenflechte.

Mehr Infos: Kurzcharakteristik von Ciclosporin

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