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Fragen und Antworten

Eine Frage von 15-jähriger Jugendlicher aus Krefeld:

Frage aus der Telefonsprechstunde vom 11.12.2002:

 

Besteht beim kindlichen Stillsyndrom eine Option zur Behandlung mit Enbrel? Bei der Tochter besteht seit vielen Jahren eine aktive Polyarthritis im Rahmen eines Stillsyndroms. Unter der Steroidtherapie besteht eine Wachstumsbeeinträchtigung, die zu Minderwuchs geführt hat, und im Frühjahr des Jahres ist eine Hüftkopfnekrose aufgetreten, so daß die Patienten kaum noch laufen könne. Fieberschübe treten derzeit nicht mehr auf. Unter der derzeitigen Therapie mit 3 verschiedenen Immunsuppresiva, MTX, Imurek und Sandimmun, Kortison und Schmerzmitteln sind starke Nebenwirkungen aufgetreten. Außerdem habe das Kind häufige bakterielle Infektionen und Pilzinfektionen. Ihr Arzt habe wiederholt eine Enbreltherapie vorgeschlagen.

Die Antwort gibt Prof. Dr. med. Gerd Horneff, 14.12.2002:

Bei einer aktiven Polyarthritis besteht eine Indikation für Etanercept (Enbrel) auch bei der systemischen Beginnform. Die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie führt ein Register, in das alle Behandlungen von Kindern und Jugendlichen gemeldet werden. Somit konnten bislang Erfahrungen bei 46 Patienten mit Still-Syndrom gewonnen werden.

 

Die Ansprechrate ist beim Still-Syndrom geringer als bei den anderen Untergruppen der juvenilen idiopathischen Arthritis. Bei 11 der behandelten Kinder wurde die Therapie wegen mangelnden Erfolgs beendet. Bei der verbleibenden Mehrheit von etwa drei Viertel der Patienten zeigt sich allerdings ein überwiegend gutes Ansprechen mit Besserungen der Krankheitsaktivitätsparameter von 70%.

 

Nun zu den Risiken und Nebenwirkungen der Therapie: Bei aktiven akuten oder chronischen Infektionen sollte die Enbreltherapie nicht begonnen werden. Zunächst sollten die Infektionen ausbehandelt werden. Insgesamt scheinen aber Infektionen bei einer Enbreltherapie im Kindesalter nicht schwerer zu verlaufen oder häufiger aufzutreten als bei Kindern ohne Enbreltherapie. In diesem Zusammenhang ist sicher auch von Bedeutung, dass bei Enbreltherapie auf andere Immunsuppressiva verzichtet werden kann und oftmals die Kortisondosis vermindert oder die Kortisontherapie beendet werden kann.

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