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Fragen und Antworten

Eine Frage von Ralf G.:

Erstmal vielen Dank, dass ich mich hier äussern darf. Leider habe ich einen Morbus Bechterew seit 1982. RA zusätzlich.

Ich habe jetzt mit einer Weihrauchtherapie mit H15 angefangen (3 x 2 Kapseln pro Tag).

Die Probleme sind massiv in der linken Schulter und im linken Vorderfuß einschl. der Zehen. Wobei ich den linken Arm unter Schmerzen nur bis ca. 90 Grad hochbekomme. Die Finger fangen leider auch schon an, dick zu werden und zu Schmerzen!

ARAVA nehme ich seit Mitte März 2005 10 mg täglich.

Habe den Eindruck, dass die ARAVA-Tabletten nicht richtig wirken. Auch hier kämpfe ich mit den Nebenwirkungen!

Habe 01/2005 mit Sulfasalazin angefangen und wegen Unverträglichkeit abgebrochen. Danach habe ich Methotrexat als wöchentliche Spritzen erhalten, auch hier wurde nach ein paar Wochen wegen Unverträglichkeit abgebrochen.

 

Meine Frage: Was kann ich tun, um die Arhritis in den Griff zu bekommen? Ist eine biologische Therapie die bessere/sinnvollere Therapie???

Meine Laborbefunde: CRP 24,9 mg/l und BSG=36/60 mm n.W.. Sonst sind die übrigen Werte im Normbereich.

Können Sie mir weiterhelfen? Ich wäre ihnen sehr dankbar.

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 19.05.2005:

Wenn eine rheumatoide Arthritis und / oder ein M. Bechterew oder eine Kombination aus beiden Erkrankungen nicht oder nicht ausreichend auf übliche langwirksame Antirheumatika wie Sulfasalazin, Methotrexat oder Leflunomid (Arava) anspricht, besteht grundsätzlich eine sogenannte Indikation für eine Therapie mit biotechnologisch hergestellten Substanzen („biologicals“), speziell aus der Gruppe der TNF-alpha-Blocker. Allerdings muß dies natürlich im Einzelfall individuell vor Ort geklärt werden.

Eine Therapie mit Weihrauch ist wissenschaftlich bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis oder des M. Bechterew nicht oder zumindest nicht überzeugend belegt. Auf keinen Fall gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt Hinweise darauf, daß sich mit einer solchen Medikation die genannten Erkrankungen in ihrem Verlauf beeinflussen lassen, d.h. Weihrauch ist keine langwirksame antirheumatische Therapie (früher so genannte „Basistherapie“, krankheitsmodifizierende Therapie, DMARD-Therapie von engl. Disease modifying antirheumatic drugs). Wenn überhaupt, hat Weihrauch damit lediglich einen Einfluß auf die Symptome, nicht jedoch auf den eigentlichen Krankheitsprozeß und das Fortschreiten der Erkrankung. Da die Wirksamkeit von Weihrauch nicht ausreichend bewiesen ist, wird diese Behandlung – im übrigen zu Recht – von den gesetzlichen Krankenkassen auch nicht bezahlt.

Ihren Angaben entnehme ich, daß Sie offensichtlich nicht von einem rheumatologisch spezialisierten Arzt, insbesondere nicht von einem Facharzt mit der Spezialqualifikation eines internistischen Rheumatologen behandelt werden. Deshalb von hier aus die Anregung, daß Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über eine qualifizierte Mitbehandlung durch einen rheumatologischen Fachspezialisten sprechen sollten.

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