PRESTA-Studie bestätigt gute und lang anhaltende Wirksamkeit von Etanercept bei Psoriasis-Arthritis

Die gute und lang anhaltende Wirksamkeit von Etanercept (Enbrel®) bei Patienten mit Plaque-Psoriasis und Psoriasis-Arthritis (PsA) bestätigen die aktuellen Daten der PRESTA-Studie (Psoriasis Randomized Etanercept STudy in Subjects with Psoriatic Arthritis)

(Montag, 08.06.2009, Dr. Barbara Missler-Karger)

Daktylitis ("Wurstzehe") bei Psoriasisarthritis. r-o Foto Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer

Nach 24 Wochen zeigten 70 Prozent der Patienten bei zweimal wöchentlicher Gabe von Etanercept eine 75-prozentige Verbesserung des Psoriasis Area and Severity Index (PASI,1).

Bei 72 bis 77 Prozent der Patienten kam es bereits nach zwölf Wochen zu einer deutlichen Verbesserung der Gelenksymptome. Diese wurde anhand der Psoriatic Arthritis Response Criteria (PsARC) gemessen und hielt auch bei Abschluss der Studie in Woche 24 noch an.

PRESTA ist die erste und größte Studie dieser Art, bei der sowohl Dermatologen als auch Rheumatologen die Effekte von Etanercept beurteilten. Als weiteres Fazit zeigen die Studiendaten, wie bedeutend eine Zusammenarbeit beider Facharztgruppen speziell bei der Diagnose PsA sein kann.

Anlässlich einer Presseveranstaltung im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) in Dresden stellte Dr. Diamant Thaçi, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Kerndaten der PRESTA-Studie vor.

An dieser randomisierten, doppelblinden, multizentrischen Studie nahmen 752 Psoriasis-Patienten mit gleichzeitiger Psoriasis-Arthritis teil. Während des doppelblinden Studienteils erhielten die Patienten zwölf Wochen lang entweder zweimal wöchentlich oder einmal wöchentlich 50 mg Etanercept.

Dabei entfaltete Etanercept eine gute und lang anhaltende Wirksamkeit auf die Haut. Nach 24 Wochen zeigten 70 Prozent der Patienten bei zweimal wöchentlicher Gabe eine 75-prozentige Verbesserung des Psoriasis Area and Severity Index (PASI).

Zusätzlich zum Effekt der Behandlung mit Etanercept auf das Hautbild kam es bei 72 bis 77 Prozent der Patienten bereits nach zwölf Wochen zu einer deutlichen Verbesserung der Gelenksymptome, wie die Psoriatic Arthritis Response Criteria (PsARC) zeigten. Diese Symptomverbesserung dauerte auch bei Abschluss der Studie in Woche 24 noch an.

 

Positive Effekte auf die Lebensqualität

Psoriasis-Patienten leiden erheblich unter ihrem Hautbild. Frühere Studien haben gezeigt, dass die Hautsymptome bei Psoriasis-Patienten zu einer dramatischen Einbuße an Lebensqualität führen(2). „Insofern bedeutet eine Verbesserung des Hautbildes auch eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität“, erläuterte Thaçi.

Nachgewiesen wurde dies in einer Studie zur Lebensqualität, die begleitend zum PRESTA-Trial durchgeführt wurde (3 ). Darin bewirkte Etanercept eine signifikante Steigerung der Lebensqualität, gemessen im Dermatology Life Quality Index (DLQI,3). In Woche zwölf ergab sich für beide Dosierungen eine klinisch relevante Verbesserung (Änderung ≥ 5 ) von rund 70 Prozent. Dabei war der durchschnittliche DLQI-Wert bei der höheren Dosierung signifikant besser (4,42 vs. 5,47,),(3).

Screening durch Dermatologen und Hausärzte zahlt sich aus

Dr. Frank Behrens, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, verdeutlichte anschließend den Wert des Screenings nach Psoriasis-Arthritis durch den Dermatologen und Hausarzt, wie in der PRESTA-Studie umgesetzt:

„Bei einer Prävalenz der Psoriasis-Arthritis von rund 30 Prozent unter den Psoriasis-Patienten sind Dermatologen und Hausärzte in der idealen Position, frühzeitig die Symptome zu erkennen und die weitere Diagnostik und Diagnosestellung durch den Rheumatologen zu veranlassen.“Wichtig aus rheumatologischer Sicht ist, dass Dermatologen bei einer Psoriasis an die Möglichkeit einer Gelenkbeteiligung, nicht nur bei der Erstvorstellung sondern immer bei den Verlaufsuntersuchungen, denken.

Auch für Rheumatologen sei dabei das Wissen um das gute Hautansprechen von Etanercept sehr wichtig, schließlich sei eine Psoriasis-Arthritis eine Krankheit mit Betroffenheit von Haut und Gelenken, so Behrens. Da die Diagnose einer Psoriasis-Arthritis durch die Gesamtschau von Klinik, Laborbefunden und Bildgebung erfolgt, empfiehlt sich die Hinzuziehung eines Rheumatologen.

Für die Diagnose einer Psoriasis-Arthritis gibt es keine spezifischen Parameter. Die Entzündungsparameter (BKS, CrP) können oft normal sein. Ein mono- und oligoartikulärer Beginn der Psoriasis-Arthritis macht eine Abgrenzung gegenüber den reaktiven Arthritiden und anderen Spondyloarthritiden notwendig. Da die Harnsäurewerte bei der Psoriasis-Arthritis nicht selten erhöht sind, gestaltet sich bei akuter Monarthritis die Differenzialdiagnose gegenüber einer Arthritis urica nicht ganz einfach.

Dr. Diamant Thaçi fasste zusammen: „Die PRESTA-Studie bestätigt, dass die frühzeitige und konsequente Behandlung von Psoriasis-Arthritis mit Etanercept das Hautbild und den Funktionszustand effektiv verbessern.“

Quelle: Wyeth Presse-Information
Zusammenarbeit von Dermatologen und Rheumatologen ist essentiell
PRESTA-Studie bestätigt starke und lang anhaltende Wirksamkeit von Etanercept bei Psoriasis-Arthritis http://www.wyeth.de/Attachments/Attachment_00495.pdf

Literatur und Links

1 Sterry W et al.
Results of a Randomized, Double-Blind Study to Evaluate the Efficacy and Safety of Etanercept in Patients with Psoriasis and Psoriatic Arthritis: The PRESTA Trial.
Poster P29 from the Gene to Clinic meeting, London, December 2008

2 Richards HL et al.
The contribution of perceptions of stigmatization to disability in patients with psoriasis.
J Psychosom Res. 2001; 50:11-15
Link zum Abstract

3 Barker J. et al.
Improvement in the Dermatology Life Quality Index for Patients With Psoriasis and Psoriatic Arthritis Treated with Etanercept.
Poster P30 from the Gene to Clinic meeting, London, December 2008

 

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