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Mögliche Behandlungen eines Raynaudsyndroms?

Frage aus der Kategorie: Fragen an die Experten
Eine Frage von Mirabell:

Ich (w/62) leide seit Jahren an einem Raynaudphänomen: spontane Blaufärbung der Finger bei Kälte oder Streß. Keinerlei Starre/Bewegungseinschränkung/Schmerzen. Zahlreiche diagnostische Untersuchungen incl. MR-Angio. Befund: Kollagenose, am ehesten eine Sklerodermie mit sekundärem Raynaudsyndrom.

Leider keine Ursache bekannt/behandelbar. Med. Therapie: Amlodipin, Vicard.

Bitte, welche Erfahrungen habt Ihr mit diesem Beschwerdebild, gibt es vielleicht eine Möglichkeit einer Behandlung, welche zumindest einen systemischen Verlauf verhindert?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Die Antwort gibt OA Dr. Bernhard Rintelen, 19.01.2005:

Ein typisches Raynaud Syndrom äußert sich durch Blässe der Finger oder Zehen durch Kälteeinwirkung gefolgt von Blauverfärbung wie Sie es in Ihrer Anfrage als einziges Symptom beschrieben haben. Meist sind bei der reaktiven verstärkten Durchblutung (Blauverfärbung) auch Schmerzen vorhanden.

Ein Raynaud-Syndrom sollte immer an eine Kollagenose und hier im Besonderen an eine Sklerodermie denken lassen, wobei auch andere Erkrankungen wie z.B. die Kryoglobulinämie, Kälteagglutininkrankheit, Thrombangitis obliterans, Arteriosklerose als ursächlich in Frage kommen. Man nennt dies dann sekundäres Raynaud Syndrom.

Es gibt auch ein sogenanntes primäres Raynaud Syndrom ohne erkennbarer zu Grunde liegender Erkrankung, ausgelöst durch Kälte oder psychische Belastung. Bei allen Formen sind symptomatisch das Vermeiden von Kälteexposition (z.B. Tragen von Handschuhen, vermeiden von kaltem Wasser etc.) primär von Bedeutung, der Versuch mit Calciumantagonisten (wie z.B. Amlodipin) oder auch a1 Rezeptorantagonisten (wie z.B. Terazosin) wie von Ihnen angegeben, ist gerechtfertigt, sollte aber nur bei entsprechendem Erfolg weitergeführt werden. Ebenso kann auch ein Behandlungsversuch mit Nitro-Salben durchgeführt werden. Paraffinhandbäder nach Ausschluß der Kontraindikationen können ebenfalls versucht werden. Gefäßerweiternde Substanzen mit einer Infusionsserie sind angezeigt falls bei dieser Erkrankung möglicher Weise Gewebszerstörungen an den Finger- oder Zehenkuppen auftreten. Bei allen angeführten therapeutischen Maßnahmen handelt es sich um rein symptomatische Therapien, eine ursächliche Behandlung ist derzeit nicht vorhanden. Sollte eine Grundkrankheit wie oben angeführt bestehen, sollte diese entsprechend behandelt werden, da es sich um Systemerkrankungen handelt. Deshalb rate ich Ihnen, eine/n rheumatologisch orientierte/n Internisten/in aufzusuchen.

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