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Colchicin

Colchicin ist ein Gift der Herbstzeitlosen. In der Rheumatologie wird es unter anderem zur Behandlung der Gicht eingesetzt.

In kleinsten Mengen ist Colchicin als Arzneimittel das klassische Medikament zur Behandlung der Gicht (Präparatename: z.B. Colchicum dispert). Wegen seiner Nebenwirkungen (z.B. Durchfälle bei höherer Dosierung) wird es heute bei der Therapie des akuten Gichtanfalls meistens durch moderne Substanzen aus der Gruppe der cortisonfreien Entzündungshemmer ersetzt. Bei manchen Patienten lässt sich der akute Gichtanfall aber nur durch die Gabe von Colchicin beherrschen.

Eine wichtige Rolle spielt das Colchicin bei einer ganz anderen Erkrankung, nämlich dem familiären Mittelmeerfieber. Es dient dabei als Vorbeugung von den wiederkehrenden Attacken dieser Erkrankung ("Anfallsprophylaxe"). Durch langjährige Verlaufsuntersuchungen von sehr großen Patientenzahlen mit familiärem Mittelmeerfieber konnte darüber hinaus gezeigt werden, dass durch die regelmäßige Colchicineinnahme bei Patienten mit familiärem Mittelmeerfieber das Risiko der früher stark gefürchteten Amyloidose mit Nierenbeteiligung und deutlicher Lebensverkürzung erheblich vermindert werden kann.

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