Chondrokalzinose

Die <b>Chondrokalzinose</b> (von griech. <i>chondron</i> = Knorpel und <i>Kalzinose</i> = Verkalkung) ist eine Verkalkung des Knorpels.

Symptome und Ursache

Bei einer Chondrokalzinose lagern sich Kalksalzkristalle im hyalinen Knorpel des Gelenks oder im Faserknorpel von Menisken (Meniskus) ab. Am häufigsten handelt es sich bei diesen Kalksalzkristallen um Kalziumpyrophosphat-Kristalle. Häufig bestehen diese Kristallablagerungen, ohne dass man es merkt. Man sieht die Chondrokalzinose dann als Zufallsbefund auf einer Röntgenaufnahme. Wenn die Kristalle durch vrschiedene Umstände oder Auslöser in den freien Gelenkraum, in Schleimbeutel oder ein anderes reaktionsbereites Gewebe gelangen, kommt es zu Beschwerden. Diese können sehr unterschiedlich sein. Bei der Chondrokalzinose werden dabei neben der asymptomatischen Form 4 weitere Erkrankungsformen unterschieden:

  1. Die sogenannte Pseudogicht. Sie betrifft in der Regel ein einziges Gelenk, meistens das Kniegelenk. Sie äußert sich wie ein akuter Gichtanfall.
  2. Die sogenannte Pseudo-chronische Polyarthritis. Sie betrifft in der Regel viele Gelenke, meistens die Handgelenke und die Fingergelenke, aber auch die Kniegelenke oder die Schultergelenke, und ähnelt einer chronischen Polyarthritis.
  3. Die sogenannte Pseudo-Arthrose. Sie betrifft entweder ein einziges Gelenk, meistens das Kniegelenk oder mehrere Gelenke, dann vor allem die Handgelenke und die Fingergelenke. Sie ähnelt vom Beschwerdebild einer Arthrose bzw. einer Polyarthrose.
  4. Die sogenannte pseudo-neuropathische Form. Sie ist sehr selten und führt zu einer sehr raschen Zerstörung des Gelenks, vergleichbar dem Verlauf einer neuropathischen Arthropathie (Charcot-Arthropathie).

Therapie der Chondrokalzinose

In der Therapie der Chondrokalzinose muss zwischen der Therapie eines akuten Anfalls von Pseudogicht und der Prophylaxe neuer Anfälle bzw. der Therapie einer pseudo-chronischen Polyarthritis unterschieden werden.

Der akute Anfall von Pseudogicht wird mit Kühlung, zeitweiser Ruhigstellung und nicht-steroidalen Antirheumatika behandelt. Außerdem helfen auch Cortisoninjektionen in das betroffene Gelenk sehr gut. Nach Möglichkeit sollte bei der Punktion des Gelenks auch Gelenkflüssigkeit entnommen und untersucht werden (Kristallpräparat, Zellzahl, ggf. mikrobiologische Untersuchung = Untersuchung auf eine Infektion im Gelenk). In der Untersuchung unter dem Polarisationsmikroskop finden sich im Falle eines Pseudogichtanfalls typische, grobschollige Kristalle. Falls der Pseudogichtanfall unter diesen Therapieformen nicht abklingt, kann auch Cortison oral (= in Tablettenform) verabreicht werden.

Leidet der betroffene Patient immer wieder an Pseudogichtanfällen oder bestehen ständige Beschwerden im Rahmen einer pseudo-chronischen Polyarthritis, kann mit nicht-steroidalen Antirheumatika (= cortisonfreien Entzündungshemmern) und/oder mit einer niedrigen Dosis Colchicin (0,5-1mg/Tag) prophylaktisch behandelt werden (Prophylaxe = Vorbeugung erneuter Anfälle). Auch gibt es vielversprechende Versuche, diese Patienten mit Methotrexat oder Hydroxychloroquin zu behandeln, es liegen aber nicht ausreichend Daten vor, um eine generelle Empfehlung für eine solche Therapie auszusprechen.

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