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Welche Indikationen für steroidale Injektionen in Gelenkkapsel?

Frage aus der Kategorie: Fragen an die Experten
Eine Frage von Palshina:

Ich würde gerne wissen, welche Indikationen es gibt, um steroidale Injektionen in Gelenkkapsel zu bekommen (besonders im Kniegelenk). Und welche Komplikationen erscheinen nach der Überdosierung der Glukokortikoiden im Kniegelenk? Was sollen die Ärzte dagegen tun?

Die Antwort gibt Dr. med Ulrike Stuby, 8.03.2005:

Cortisoninjektionen ins Kniegelenk macht man nur, wenn eine nicht anders therapierbare Entzündung des Gelenkes vorliegt (mit Schmerzen, Schwelung und meist auch Erguss) und eine Infektion sicher ausgeschlossen wurde, z.b. bei einer aktivierten Arthrose oder primär entzündlichen Gelenkerkrankungen (Polyarthritis u.a)

generell besteht die Übereinkunft, nicht mehr als 3 x pro Jahr eine solche Infiltration vorzunehmen. Als Nebenwirkung von zu häufigem Cortisoninfiltration kann es zu Kristallablagerungen und Knorpeldefekten kommen. Allerdings schädigt eine chronische Gelenkentzündung ebenfalls langfristig ein Gelenk und oft kann man die Ursache des Schadens nicht differenzieren. Es gibt Knorpelaufbausubstanzen, die entweder oral (geschluckt) oder intraarticulär (ins Gelenk injiziert) gegeben werden können. Auch operative Maßnahmen können je nach Art und Ausmaß des Schadens helfen- hierfür sind Orthopäden zuständig.

Eine gewisse Menge Cortison kommt immer in die Blutbahn und kann allgemeine Cortisoneffekte ( z.B. Hitzegefühle, Hamsterbacken, Blutdruckanstieg, Diabetes) verursachen.

Die gefürchtetste Komplikation nach einer Cortisoninjektion in ein Gelenk ist jedoch eine Infektion.

 

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