Abatacept bei Arthritis psoriatica – Ergebnisse einer Phase II Studie

Abatacept (Orencia®) verbesserte die Symptome sowohl der psoriatischen Hautläsionen als auch der Arthritis sowie die körperlich Funktionskapazität bei Patienten mit Psoriasisarthritis in dieser Phase II Studie. Außerdem wurden kernspintomographisch weniger Gelenkschäden festgestellt.

(Montag, 12.07.2010, Dr. Barbara Missler-Karger)

Abatacept ist ein lösliches Fusionsprotein, das selektiv ein wichtiges co-stimulatorisches Signal, das für die Aktivierung der CD28 exprimierenden T-Lymphozyten benötigt wird, moduliert. Abatacept hemmt somit Immunreaktionen bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen.

In diese doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurden 170 Patienten mit auswertungsrelevanten Psoriasisläsionen von ≥ 2 cm aufgenommen. Die Patienten waren zuvor mit DMARDs und TNF-Inhibitoren behandelt worden. In der Studie erhielten sie randomisiert Abatacept entweder 3, 10 oder 30/10 mg /kg Körpergewicht (zwei Startdosen von 30 mg, anschließend 10mg) oder Placebo an den Tagen 1,15, 29 und anschließend einmal im Monat. Primärer Endpunkt waren die ACR20 Responsekriterien nach 169 Tagen.

Mit Ausnahme des höheren Anteils an Patienten mit vorangegangenen Biologicals in dem 30/10mg/KG-Arm waren die Basisdaten für alle Patienten vergleichbar. Von den 170 Patienten beendeten 147 die ersten sechs Studienmonate. Wegen unerwünschter Wirkungen brachen sieben Patienten und wegen unzureichender Wirksamkeit brachen 10 Patienten die Studie ab.

Im Vergleich zu Placebo war der Anteil der Patienten unter Abatacept, die die ACR20-Kriterien erfüllten, signifikant größer (s. Tabelle im Originalabstract). Die mit Abatacept erzielten Verbesserungen (MRT, HAQ, SF36) waren in der Gruppe mit 10 mg/kg Körpergewicht am größten.

Eine Verbesserung von mehr als 50 Prozent bei den ausgewählten Hautläsionen und des PASI wurde ebenfalls für alle Verumgruppen beschrieben, wobei hier die Gruppe mit 3 mg/kg numerisch besser abschnitt als die 10 mg/kg Gruppe.

Patienten, die zuvor nicht mit TNF-Inhibitoren behandelt worden waren, zeigten beim ACR20 und bei den Hautläsionen bessere Ergebnisse. Das Sicherheitsprofil war in allen Gruppen vergleichbar.

Fazit:
Abatacept verbesserte die Symptome sowohl der psoriatischen Hautläsionen als auch der Arthritis sowie die körperlich Funktionskapazität bei Patienten mit Psoriasisarthritis in dieser Phase II Studie. Außerdem wurden kernspintomographisch weniger Gelenkschäden festgestellt. Abatacept stellt somit gegebenenfalls in der für die RA und JIA zugelassenen Dosierung von 10mg/kg Körpergewicht eine effektive Therapieoption für die Psoriasisarthritis dar.


Literatur und Links

EULAR 2010 - SAT0288 ABATACEPT IN PATIENTS WITH PSORIATIC ARTHRITIS: RESULTS OF A PHASE II STUDY
P. Mease, M. Genovese , C. Ritchlin , J. Wollenhaupt , P.-P. Tak, A. Kivitz, G. Gladstein , O. Bahary , S. Kelly, J. Teng, J.-C. Becker, D. Gladman
Abstract

Weitere Informationen zu Abatacept auf rheuma-online 2010:

Montag, 14.06.2010
Abatacept bei Kindern mit JIA – Langzeitergebnisse

Donnerstag, 27. Mai 2010
Abatacept nach TNF-Blockern: mit oder ohne Auswaschphase?

Mittwoch, 14.04.2010

JANUS-Studie: Abatacept bei undifferenzierter Arthritis oder sehr früher RA

Montag, 08.03.2010

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Donnerstag, 04.02.2010

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