ACR-Selection 2008: No. 6 - TNF-Blocker schützen vor kardiovaskulären Komplikationen einer RA

Cortison dagegen erhöht das Risiko. So das Ergebnis einer Studie aus dem Brigham & Women´s Hospital der Universität Boston.

(Freitag, 14.11.2008, Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer)

Skyline von San Francisco mit Downtown und Coit-Tower. r-o-Foto: Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer

Kardiovaskuläre Ereignisse, d.h. Herz-Kreislauf- und Gefäßkomplikationen wie Herzinfarkt, transitorische ischämische Attacken bis hin zum manifesten Schlaganfall und verwandte Krankheitsbilder rücken zunehmend in das Gesichtsfeld der Rheumatologen.

Mittlerweile scheint es gesichert, daß das Ausmaß der rheumatischen Entzündung zumindest für einen Teil dieser Ereignisse verantwortlich ist. Offen ist die Frage der Therapie, sowohl im Hinblick auf mögliche protektive, d.h. schützende, als auch im Hinblick auf mögliche ungünstige, schädliche Auswirkungen.

Aktuelle Daten vom ACR 2008 in San Francisco zeigen hinsichtlich kardiovaskulärer  Komplikationen einen klaren Vorteil von TNF-alpha-Blockern gegenüber Methotrexat (MTX) und anderen langwirksamen Antirheumatika (LWAR, DMARDs, disease modifying antirheumatic drugs).

Ausgewertet wurden die Therapieverläufe von … Patienten mit rheumatoider Arthritis.

Unter der Therapie mit TNF-alpha-Blockern kam es zu einer relativen Rate von 0.51 Herzinfarkten auf 1.000 Personenjahre, unter MTX von 2.38 und unter anderen DMARDs von 2.20. Vergleichbare Zahlen sieht man für Schlaganfälle und transitorische ischämische Attacken (TIA) mit 1.79 für TNF-alpha-Blocker gegenüber 3.22 bzw. 3.53 für MTX und andere DMARDs. Identisch die Ergebnisse für die übrigen Komplikationen: 2.30 für TNF-Blocker, 5.61 für MTX und 5.74 für die sonstigen DMARDs.

 

n

TNF-BlockerMTXAndere DMARDs
Herzinfarkt26

0.51 (0.01-1.01)

2.38 (1.25-3.51)2.20 (0.27-4.13)

Schlaganfall/TIA

441.79 (0.85-2.72)3.22 (1.91-4.53)3.53 (1.09-5.97)
Sonstige702.30 (1.24-3.36)5.61 (3.88-7.34)5.74 (2.63-8.85)

Ein wichtiges Ergebnis der Studie: Cortison scheint dosisabhängig das kardiovaskuläre Risiko zu erhöhen.

Setzt man das relative Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten ohne Cortison auf 1.00 und berücksichtigt man in einer Regressionsanalyse andere Einflußgrößen wie Alter, Geschlecht, Rasse, Nikotinkonsum, vorausgegangene kardiovaskuläre Ereignisse, arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Hyperlipoproteinämie (erhöhte Blutfett- und Cholesterinwerte), Diabetes (Zuckerkrankheit), Krankheitsaktivität der RA, gemessen im DAS28, Krankheitsdauer und Krankheitsschwere mit dem  Vorhandensein von Rheumaknoten als Surrogatparameter, so zeigt sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der täglichen Cortisondosis und dem Auftreten von kardiovaskulären Komplikationen.

Dabei ist das relative Risiko bereits bei einer sehr niedrigen Cortisondosis zwischen 1 und 2,5 mg Prednisolon-Äquivalent mit einem Wert von 1.90 beinahe verdoppelt, um bei Dosen oberhalb von 7 mg pro Tag auf das Dreifache anzusteigen.

Relatives Risiko(95% CI)
TNF-Blocker0.360.18-0.74
MTX ohne TNF-Blocker0.830.44-1.57

Keine TNF-Blocker,

andere DMARDs außer MTX

1.0Referenz

Cortison (Prednisolon)

kein Cortison

1 - 2,5 mg

3 - 7 mg

> 7 mg

 

1.0

1.90

1.89

3.00

Referenz

0.93 - 3.88

1.05 - 3.40

1.44 - 6.25

Referenz:

Solomon DH et al., TNF Blocker Use and Cardiovascular Events …,  ACR 2008, San Francisco

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