CTLA-4 hemmt die Osteoklastenbildung

CTLA-4 (Cytotoxic T-Lymphocyte associated Antigen-4) moduliert die Aktivierung der T-Zellen. Abatacept (Orencia®, ein lösliches Fusionsmolekül aus CTLA-4 und dem humanen Immunglobulin IgG1) hemmt so die pro-entzündlichen und destruktiven Immunreaktionen, die z. B. bei der rheumatoiden Arthritis ablaufen. In der vorliegenden Studie der Universität Erlangen werden die Mechanismen, die eine Erklärung für den anti-erosiven Effekt von Abatacept darstellen können, aufgezeigt.

(Montag, 22.12.2008, rheuma-online)
Kategorie: Abatacept

CTLA-4 bindet an die Oberfläche antigenpräsentierender Zellen, wie z. B. dentritische Zellen und Monozyten. Monozyten können weiter zu Osteoklasten differenzieren – den primär knochenresorbierenden Zellen.

In der Studie wurde in vitro und in vivo untersucht, inwieweit die Bindung von CTLA-4 an Monozyten die Differenzierung zu Osteoklasten beeinflusst.

Die Erlanger Forscher konnten zeigen, dass CTLA-4 in vitro dosisabhängig sowohl die RANKL (Receptor Activator of NF-Kappa-B Ligand) - wie auch die TNF-vermittelte Osteoklastengenese in Abwesenheit von T-Zellen hemmt.

Zudem hemmte CTLA-4 die Osteoklastenbildung in einem T-Zell-unabhängigen Modell zur TNF-induzierten Aktivierung der Arthritis. In vivo inhibierte CTLA-4 außerdem die entzündungsvermittelte Knochenerosion.


Fazit

Aufgrund dieser Daten kommen die Autoren zu dem Schluss, dass CTLA-4 ein Mediator ist, der direkt an die Ausgangszellen für die Bildung von Osteoklasten bindet und deren Differenzierung unterbindet. Diese Ergebnisse stellen somit eine attraktive Erklärung für den anti-erosiven Effekt von Abatacept dar.

 

Literatur und Links

Axmann R, Herman S, Zaiss M, Franz S, Polzer K, Zwerina J, Herrmann M, Smolen J, Schett G.
CTLA-4 directly inhibits osteoclast formation.
Axmann R, Herman S, Zaiss M, Franz S, Polzer K, Zwerina J, Herrmann M, Smolen J, Schett G.
Department of Internal Medicine 3 and Institute for Clinical Immunology, University of Erlangen-Nuernberg, Erlangen, Germany.
Ann Rheum Dis. 2008 Nov;67(11):1603-9
Abstract

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