Erfrischungsgetränke: zu viel Zucker in jedem zweiten Glas

Vor allem bei heißen Temperaturen greifen viele Durstige zu einem gut gekühlten Erfrischungsgetränk. Je nachdem, auf welche Limonade die Wahl fällt, werden mehr als sechs Stück Würfelzucker in einem Glas konsumiert. Das geht aus einer Studie des gemeinnützigen Vereins Foodwatch hervor, die in dieser Woche veröffentlicht wurde.

(Mittwoch, 24.08.2016, Julia Nix)
Kategorie: Ernährung

Foto: Julia Nix, rheuma-online

Die Studie legt offen, dass in mehr als jedem zweiten getesteten Getränk (60 Prozent) zu viel Zucker steckt. Getestet hat Foodwatch 463 Getränke – 274 (also 59 Prozent) davon enthielten mehr als fünf Prozent Zucker. In 171 Produkten (37 Prozent), steckten sogar acht Prozent Zucker. Zum Vergleich: Diese Menge entspricht etwa sechseinhalb Stück Würfelzucker pro 250 Milliliter.

Getestet wurden von Foodwatch diverse Getränke: Limonaden, Energy Drinks, Saftschorlen, Brausen, Eistees, Near-Water-Getränke und Fruchtsaftgetränke. Im Schnitt enthalten die zuckergesüßten Getränke mehr als sechs Stück Würfelzucker je 250 Milliliter. Vor allem Energy Drinks und Limonaden enthielten besonders viel Zucker.

Deutschland ist eines der Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an zuckergesüßten Getränken weltweit, mit mehr als 80 Liter pro Jahr. Ein zu hoher Zuckerkonsum kann krank machen: Aktuell sind etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland an Typ-2-Diabetes erkrankt.

Wer unbedarft zur einer Schorle statt zu einer Limonade greift, der reduziert die Menge an aufgenommenen Zucker häufig jedoch nicht so stark wie erhofft, denn auch Saftschorlen enthalten mehr Zucker als empfohlen. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, Fruchtsaft und Wasser im Verhältnis 1:3 zu mischen, beträgt das Mischverhältnis bei den meisten getesteten Schorlen 1:1 – was einen höheren Zuckergehalt zur Folge hat.

Lediglich 55 von 463 Getränken im Test sind zuckerfrei. Davon enthalten jedoch 89 Prozent Süßstoffe. Auch süßstoffgesüßte Getränke sind umstritten: Sie tragen zu einer Süßgewöhnung bei, die eine (zuckerreiche) Fehlernährung begünstigt und damit womöglich die Entstehung von Übergewicht und auch Typ-2-Diabetes fördert.

Abhilfe schaffen könnte nach Angaben von Foodwatch hält unter anderem eine zweckgebundene Hersteller-Abgabe, wie sie in Großbritannien 2018 eingeführt wird. Die Abgabe wird dann fällig für überzuckerte Getränke.

Mit Pressematerial von Foodwatch

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