Gesundheitsreport: Eltern lassen sich seltener krankschreiben

Wer Kinder großzieht, der ist gesünder. Dies geht aus dem Gesundheitsreport 2016 hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) in dieser Woche veröffentlicht hat.

(Freitag, 01.07.2016, Julia Nix)
Kategorie: Sonstiges

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Für den Report wertete die Krankenkasse die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten ihrer 4,6 Millionen versicherten Erwerbspersonen aus. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf der so genannten Sandwichgeneration zwischen 30 und 44 Jahren.

Dem Bericht zufolge waren Beschäftigte mit familienversicherten Kindern 2015 statistisch gesehen 2,3 Tage weniger krankgeschrieben. Und nicht nur das: Sie bekamen auch weniger Medikamente verschrieben als Beschäftigte ohne Kinder. Im Durchschnitt waren die bei der TK versicherten Erwerbspersonen im letzten Jahr 15,4 Tage krankgeschrieben. Diejenigen mit familienversicherten Kindern fehlten mit 14,3 Tagen - einen guten Tag weniger, die ohne Kinder lagen mit 16,5 Tagen gut einen Tag über dem Durchschnitt.

Das Ergebnis der Studie überrascht insofern, als das die „Sandwichgeneration“ oft einer Mehrfachbelastung standhalten muss: Der Spagat zwischen Berufsalltag und Kindererziehung und oft auch die Pflege der Eltern muss täglich gemeistert werden. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: "Wir sprechen bei dieser Generation oft von der Doppelbelastung von Familie und Beruf. Bei vielen Beschäftigten ist es sogar eine Dreifachbelastung, wenn sie auch ihre Eltern pflegen. Deshalb finde ich es gut und wichtig zu zeigen, dass Familie auch eine Ressource ist, die positiv auf Gesundheit wirkt. Die Vereinbarkeit verdient einen größeren Stellenwert im Gesundheitsmanagement von Betrieben und Krankenkassen. Wie wir nun sehen, ist das nicht nur Kosmetik für das Arbeitgeberimage, sondern auch unternehmerisch klug."

Der positive Einfluss der Familie zeichnet sich jedoch erst ab dem 40. Lebensjahr ab – erst dann gehen die Fehlzeiten der Eltern zurück. Über alle Altersgruppen zeigt sich aber, dass Väter und Mütter mit familienversicherten Kindern weniger Psychopharmaka verschrieben bekommen als Erwerbspersonen ohne. Bei den Männern beträgt die Differenz drei, bei den Frauen sogar fast sieben Tagesdosen.

Mit Pressematerial der Techniker Krankenkasse

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