Neue Daten zu Stelara (Ustekinumab): Voranschreiten von Strukturschäden kann verlangsamt werden, gutes Sicherheitsprofil bestätigt

Eine im Februar 2014 von Arthur Kavanaugh und Kollegen veröffentlichte Studie stellt neue Ergebnisse zur Wirksamkeit von Stelara beim Aufhalten des Voranschreitens von Strukturschäden bei Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis (PsA) vor. Zudem bestätigen auf dem Kongress der American Academy of Dermatology vorgestellte Daten eines internationalen Registers das gute Sicherheitsprofil für die Behandlung von Patienten mit Plaque-Psoriasis.

(Donnerstag, 28.08.2014, Pressemitteilung Janssen-Cilag / Dr. Alexander Langer)

Die Fachinformationen zu Stelara (PDF-Dokument) wurden um aktualisierte 2-Jahres-Daten zu wichtigen Therapiezielen der aktiven PsA sowie neuen Informationen zur Verlangsamung des Voranschreitens von Strukturschäden, basierend auf einer integrierten Analyse der PSUMMIT 1 und 2 Studien, ergänzt. Die zugehörige EMA-Entscheidung basiert auf einer Auswertung von Daten der zwei randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase 3-Studien PSUMMIT 1 und 2. In diese wurden insgesamt 927 erwachsene Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis trotz Behandlung mit nichtbiologischen krankheitsmodifizierenden antirheumatischen Medikamenten (DMARDs) und nicht-steroidalen Antirheumatika (NSARs) eingeschlossen.[1] In PSUMMIT 2 war zudem eine Vorbehandlung mit einem oder mehreren TNF-alpha-Inhibitoren zulässig.

Verlangsamte Gelenkzerstörung unter Ustekinumab

Integrierte Analysen der Daten aus der PSUMMIT 1- und der PSUMMIT 2-Studie bezüglich der Veränderung im für PsA modifizierten van der Heijde-Sharp (vdH-S) Score in Woche 24 zeigten, dass Patienten beider Ustekinumab-Dosis-Gruppen einen signifikanten Rückgang der Progressionsrate der Strukturschäden aufwiesen als die Placebo-Gruppe.[1] So zeigten in Woche 24 insgesamt signifikant mehr Ustekinumab-behandelte Patienten (91,7 %) als Placebo-Patienten (83,8 %; p=0,005) kein Voranschreiten der Gelenkzerstörung im Vergleich zu Baseline.[1] Die durchschnittliche Veränderung (± Standardabweichung) von Baseline zu Woche 24 lag bei Patienten, die Ustekinumab 45 mg und 90 mg bekamen, jeweils bei 0,4 (±2,1) und 0,4 (±2,4) nach dem für PsA modifizierten vdH-S Score.[1] Bis Woche 52 der integrierten Analyse lag die durchschnittliche Veränderung im Vergleich zu Woche 24 jeweils bei 0,2 (±1,8) und 0,3 (±2,1).[1] Patienten, die zunächst für Placebo randomisiert wurden und in Woche 16 oder 24 auf Ustekinumab 45mg umgestellt wurden, wiesen eine deutliche Verlangsamung der Gelenkzerstörung von Woche 24 zu 52 (durchschnittliche Veränderung von 0,1 (±2,1) nach vdH-S Score) im Vergleich zu Baseline bis Woche 24 (durchschnittliche Veränderung von 1,1 (±4,1) nach vdH-S Score) auf.[1]

PSUMMIT 1: Anhaltende klinische Wirksamkeit über 2 Jahre

In PSUMMIT 1 konnte das Aufhalten der Gelenkzerstörung bis Woche 100 aufrechterhalten werden. Zusätzliche Kriterien, um das klinische Ansprechen bis Woche 100 zu messen, zeigten ebenfalls eine anhaltende klinische Wirksamkeit für Patienten, die bis Woche 100 mit Ustekinumab behandelt wurden.[2] So konnten Verbesserungen im Health Assessment Questionnaire Disability Index (HAQ-DI), bezüglich der Kriterien des American College of Rheumatology (ACR 20: Ustekinumab 45 mg, 56,7 Prozent; Ustekinumab 90 mg, 63,6 Prozent) sowie beim Enthesitis- und Daktylitis-Score gezeigt werden.[2]

Die Daten zeigen, dass eine Behandlung mit Ustekinumab das Voranschreiten von Strukturschäden bei Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis signifikant besser verlangsamt im Vergleich zu Placebo signifikant. Vorab definierte integrierte Analysen der beiden Phase 3-Studien PSUMMIT 1 und 2 zeigten, dass eine Behandlung mit Ustekinumab 45 mg oder 90 mg gemessen an dem für PsA modifizierten vdH-S Score in einer insgesamt signifikant geringeren Veränderung von der Baseline in Woche 24 resultierten als Placebo.[1] Zudem konnte gezeigt werden, dass Stelara® eine signifikante und anhaltende Besserung der Gelenksymptomatik bei Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis gemäß der Kriterien des ACR 20, 50 und 70 bewirkte.[2]

Real-Life-Daten bestätigen das gute Sicherheitsprofil von Stelara

Außerdem zeigen Ende März vorgestellte Daten von PSOLAR (Psoriasis Longitudinal Assessment and Registry), einem internationalen Register, Ergebnisse aus der Praxis von Dermatologen bezüglich der Behandlung von Plaque-Psoriasis. PSOLAR wurde 2007 gestartet und ist das größte interkontinentale Register, das der Erfassung von Verträglichkeitsdaten bei Plaque-Psoriasis-Patienten dient, die mit unterschiedlichen Arzneimitteln behandelt werden. Eine vergleichende Untersuchung der Arzneimittel ist nicht vorgesehen.[3]

Die aktuellen Daten zeigen unter anderem,

  • dass nicht-bereinigte Raten von Malignomen vergleichbar zwischen den Behandlungsgruppen in dem Register waren, (die am meisten gemeldeten Ma- lignomen waren vergleichbar mit den Raten in der Allgemeinbevölkerung der USA) [4],

  • dass die unbereinigten gesammelten Quoten schwerer Infektionen in den Gruppen mit nicht-biologischer und denen mit Stelara-Therapie niedriger waren, als unter Infliximab, Etanercept und Adalimumab [5],

  • dass nicht-bereinigte Raten von schweren kardiovaskulären Ereignissen (MACE, definiert als kardiovaskulärer Tod, Schlaganfall oder Herzinfarkt) über alle biologischen Therapiegruppen vergleichbar waren [6],

  • und dass unter den 376 Stelara-Patienten, die zuvor keine andere Biologika-Therapie erhalten hatten, keine MACE-Ereignisse auftraten.[7] Auch zeigten sich keine deutlichen Muster im Auftreten von MACE unter den neu beginnenden Biologika-Patienten insgesamt.

“Wir freuen uns, dass die weltweite Real-Life-Erfahrung mit Stelara® mit dem Verträglichkeitsprofil über 5 Jahre aus unseren klinischen Studien übereinstimmend ist” sagte Frederic Lavie, Europe Medical Affairs Leader, Immunology, Janssen. “Die PSOLAR-Daten zeigen, dass Stelara ein gutes Sicherheitsprofil bei Patienten mit moderater und schwerer Plaque-Psoriasis aufweist.”

Literatur

  1. Kavanaugh A, et al. Ann Rheum Dis 2014;73(6): 1000–1006.doi: 10.1136/annrheumdis-3013-204741
  2. Kavanaugh et al. Poster präsentiert beim ACR Kongress 2013, 25.-30. Oktober, San Diego, United States
  3. Papp KA et al. J Drugs Dermatol 2012;11(10):1210–7
  4. Fiorentino D et al. Poster präsentiert bei der 72. Jahresversammlung der American Academy of Dermatology 2014; 21–25 März. Denver, CO, USA. P8155
  5. Kalb R et al. Poster präsentiert bei der 72. Jahresversammlung der American Academy of Dermatology 2014; 21–25 März. Denver, CO, USA. P8159
  6. Gottlieb AB et al. Poster präsentiert bei der 72. Jahresversammlung der American Academy of Dermatology 2014; 21–25 März. Denver, CO, USA. P8152
  7. Bissonnette R et al. Poster präsentiert bei der 72. Jahresversammlung der American Academy of Dermatology 2014; 21–25 März. Denver, CO, USA. P8154.
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