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Fragen und Antworten

Eine Frage von J.:

Ich soll wegen meiner seronegativen Spondarthritis demnächst mit Remicade behandelt werden. Das soll aber der Nachfolger von Remicade sein, der noch nicht zugelassen ist. Voruntersuchungen laufen. Wie heißt das neue Medikament ? Gibt es damit Erfahrungen? Meine Leberwerte sind extrem zu hoch, viele Ärzte fragen nach Alkoholmißbrauch. Ist aber nicht der Fall. Kann das eine Behandlung des neuen Mittels negativ beeinflussen? Wo kommt der schlechte Leberwert her? Ich nehme zur Zeit 3 mal Tramal 100 pro Tag und 2 Piroxicam.

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 3.09.2003:

Es gibt kein Nachfolgepräparat von Remicade. Vermutlich geht es aber um ein ähnliches Präparat, nämlich Adalimumab. Dabei handelt es sich auch – wie bei Remicade - um einen monoklonalen TNF-alpha-Antikörper. Die Substanz wird aber nicht wie Remicade alle 8 Wochen als Infusion gegeben (anfangs folgt bei Therapieeinleitung die zweite Infusion bereits nach zwei Wochen und die dritte nach 4 Wochen, dann sind die Abstände alle 8 Wochen), sondern dieses Präparat wird alle zwei Wochen oder jede Woche unter die Haut gespritzt.

 

Adalimumab wurde in größeren kllinischen Studien bislang nur zur Therapie der chronischen Polyarthritis / rheumatoiden Arthritis eingesetzt und ist für die Behandlung dieses Krankheitsbildes in den USA auch zugelassen. Mit der Zulassung in Deutschland wird für diesen September gerechnet.

 

Für Adalimumab liegen bislang keine Erfahrungen bei der Behandlung von seronegativen Spondarthritiden vor. Insofern kann es nur im Rahmen von klinischen Studien für die Behandlung dieser Erkrankungen eingesetzt werden.

 

Üblicherweise werden Patienten mit stark erhöhten Leberwerten in klinische Studien nicht aufgenommen. Wie die Situation in Ihrem speziellen Fall aussieht, kann aus der Ferne und ohne genaue Kenntnis des Studienprotokolls (Einschlusskriterien und Ausschlusskriterien) nicht beurteilt werden.

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