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Fragen und Antworten

Eine Frage von Katja Sch.:

Nach einer Durchfallerkrankung bekam ich Gelenkschmerzen, die seit

mittlerweile 3 Monaten anhalten. Betroffen sind vor allem Fußgelenke, Knie und Handgelenke. Am 3. April wurden in einer Blutuntersuchung Yersinien nachgewiesen. Eine Woche später bekam ich aufgrund einer Blasenentzündung ein Antibiotikum (2x 960 mg pro Tag über einen Zeitraum von 5 Tagen). In dieser Zeit wurde ein zweites Blutbild erstellt, in dem keine Yersinien nachgewiesen wurden. Am 30.Juni wurde erneut ein Blutbild gemacht und Yersinien positiv getestet. Eine Behandlung erfolgte bisher noch nicht, die Gelenkschmerzen bestehen weiterhin. Kann es sein, dass es sich bei meinen

Gelenkschmerzen um eine durch Yersinien hervorgerufene reaktive Arthritis handelt? Besteht die Gefahr einer Chronifizierung der Infektion oder/ und der Beschwerden? Und wie kann das behandelt werden?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 1.01.1970:

Aus der Ferne können und dürfen wir keine individuellen Empfehlungen zur Diagnose oder Therapie geben.

Allgemein kann man sagen, dass es in der Folge einer Yersinieninfektion zu den unterschiedlichsten Problemen im Bereich des Bewegungssystems kommen kann, darüber hinaus auch zu weiteren, wahrscheinlich immunologisch vermittelten Komplikationen im Bereich anderer Organsysteme (z.B. Regenbogenhautentzündung am Auge = Uveitis oder Iritis).

Noch am harmlosesten sind reine Gelenkschmerzen („Arthralgien“) ohne sonstige Zeichen einer Entzündung. Sie können nach einer Yersinieninfektion einige Wochen, manchmal sogar über Monate anhalten, z.T. sogar für ein ganzes Jahr, gehen danach in der Regel aber dann ohne weitere Maßnahmen zurück.

Das Risiko einer Chronifizierung besteht vor allem bei genetisch prädisponierten Personen, speziell auch Patienten, bei denen HLA B27 als der Risikomarker für die Entwicklung von Spondarthritiden positiv ist. Weiterhin gefährdet im Hinblick auf eine Chronifizierung sind Personen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, speziell auch Spondarthritiden, in der näheren Verwandschaft. Dies gilt auch dann, wenn der Risikomarker HLA B27 nicht nachweisbar ist.

Welche Therapie empfehlenswert und sinnvoll ist, hängt sehr von den individuellen Symptomen und Befunden im Einzelfall ab. Generell haben wir einige Gesichtspunkte zur Diagnostik und Therapie der Yersinien-induzierten Arthritis unter dem entsprechenden Stichwort in „Rheuma von A-Z“ geschrieben.

Keywords: Yersinien * Arthralgien * Chronifizierung * Risiko * Risikomarker HLA B27 * seronegative Spondarthritiden * Spondylarthropathien * Diagnose * Therapie

 

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