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Fragen und Antworten

Eine Frage von 28-jährige Patientin:

Ich leide seit 5 Jahren an M. Crohn und wurde mit hohen Kortisondosen, Salofalk und zur Zeit noch Imurek behandelt. Seit Beginn der Infliximab-Infusionen mit 5 mg Remicade pro kg Körpergewicht (bislang 5 Infusionen) war die Kortisontherapie nicht mehr erforderlich. Allerdings geht es mir 5 ½ Wochen nach der Infusion wieder sehr schlecht – ich brauche dann 6 Tage, um nach dem 8 Wochen Infusionsintervall wieder beschwerdearm zu werden.

 

Seitdem ich Remicade erhalte, hat mein Kurzzeitgedächtnis erheblich nachgelassen! Gibt es da einen Zusammenhang? Darf ich weiter Remicade erhalten?

 

Die Antwort gibt Dr. med. Georg Hübner, 1.11.2003:

Sowohl psychische als auch neurologische Störungen sind unter der Therapie mit Remicade beschrieben worden. In der Produktinformation werden als gelegentlich: Depression, Verwirrtheit, Agitation, Amnesie ( d.h. Störungen des Gedächtnisses), Apathie, Nervosität, Somnolenz, Schlaflosigkeit beschrieben. Auch sind unter der Therapie mit TNF alpha Blockern sogenannte demyelinisierende Erkrankungen des Gehirns in Einzelfällen beobachtet worden. Ich empfehle Ihnen, einen Neurologen aufzusuchen, der die von Ihnen beschriebenen Gedächtnisstörungen einordnen kann und ggf. entsprechende Untersuchungen veranlasst.

Sollte keine unerwünschte Wirkung von Remicade sondern nur der subjektive Eindruck einer Beeinträchtigung vorliegen, sprechen Sie mit ihrem behandelnden Gastroenterologen über eine mögliche Verkürzung des Infusionsintervalls. Bei der Behandlung von Patienten mit chronischer Polyarthritis ist dies das übliche Vorgehen.

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