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Fragen und Antworten

Eine Frage von Karin G., 49 Jahre:

Laut behandelndem Orthopäden besteht der Verdacht einer beginnenden rheumatischen Erkrankung.

Im Zusammenhang mit einer Anfang Dezember 2000 aufgetretenen starken Schwellung des Handgelenkes wurde eine Yersinieninfektion festgestellt, die 4 Wochen mit Antibiotika behandelt wurde. Jetzt, nach 2 Jahren, traten wieder ähnliche Beschwerden auf: Schwellung und Schmerzen im Handgelenk, das Gefühl geschwollener Finger (ohne Schmerzen) und starke Schmerzen im hinteren Fussbereich. Die Beschwerden bleiben allerdings nicht konstant, die starke Schwellung ist inzwischen abgeklungen, das "veränderte" Gefühl in den Händen und der Schmerz in den Füssen aber hält bereits länger an. Mein Orthopäde hat ein Röntgenbild, MRT und ein Blutbild anfertigen lassen. Das Röntgenbild zeigte Veränderungen am Handgelenk, die MRT zeigte "schwarze Punkte"(?) in den Handknochen, das Blutbild ergab keine Rheumawerte, aber (soweit ich verstanden habe) einen sehr schlechten Wert im Bereich des Immunsystems und einen leicht erhöhten Leberwert. Verordnet wurde mir ein Brennesselpräparat (Hoxalpha), welches ich seit 3 Wochen einnehme.

Kann so eine entzündliche Rheumaerkrankung beginnen? Ist die Behandlung (Medikament) angemessen?

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 1.01.1970:

Aus der Ferne kann, darf und will ich keine individuellen Empfehlungen zur Diagnose und Therapie geben. Allgemein kann man allerdings sagen, dass vieles aus Ihrer Schilderung nach einer beginnenden entzündlich-rheumatischen Erkrankung klingt, wahrscheinlich aus der Gruppe der seronegativen Spondarthritiden (Spondylarthropathien, siehe Näheres dazu in Rheuma von A-Z). Die „Rheumawerte“ im Blut müssen dabei nicht unbedingt nachweisbar sein, insbesondere nicht bei Krankheitsbeginn.

Wenn tatsächlich eine entzündlich-rheumatische Erkrankung vorliegt, ist heute die vorwiegende Ansicht der meisten Experten, dass so rasch wie möglich eine wirksame krankheitsmodifzierende, remissionsinduzierende Therapie eingeleitet werden sollte. Da es sich bei dem genannten Brennesselpräparat um eine Substanz handelt, für die es ohnehin nur sehr wenig Evidenz zur Wirksamkeit gibt, ist damit die Therapie im Hinblick auf die Krankheitskontrolle einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung nicht ausreichend.

19.01.2003

Keywords: Yersinien * Arthritis * langwirksame antirheumatische Therapie * LWAR * DMARD´s * frühe Therapie * HOX alpha * Brennesselextrakt

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