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Fragen und Antworten

Eine Frage von Hermann G.:

Wegen eines M. Bechterew werde ich seit 13 Monaten mit Remicade-Infusionen behandelt. Nun hat meine Dermatologin bei einer Routineuntersuchung einen Naevus gefunden, der auch Melanomzellen aufwies. Er wurde bereits grossräumig entfernt. Kann dieses beginnende Melanom etwas mit der Remicade-Therapie zu tun haben?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 7.08.2004:

Der gegenwärtige Kenntnisstand zur Frage eines erhöhten Tumor-Risikos unter einer Therapie mit TNF-alpha-Blockern geht dahin, daß nach allen bisher vorliegenden Daten kein erhöhtes Tumor-Risiko durch eine solche Therapie zu erwarten ist. Danach sollte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, daß das bei Ihnen gefundene Melanom unabhängig von der Therapie mit Remicade unabhängig aufgetreten ist.

Ein zweiter Gesichtspunkt Ihrer Frage ist das Problem, ob nach dem Nachweis des Melanoms die Therapie mit Remicade fortgeführt werden kann und darf.

Wir haben im TIZ-Beirat dieses Problem in der Vergangenheit mehrfach diskutiert und sind übereinstimmend der Auffassung, daß nach kurativer Entfernung eines Tumors (d.h. nach einer Entfernung im Gesunden und ohne Vorliegen von Tochtergeschwülsten (Metastasen)) die Therapie mit TNF-alpha-Blockern fortgesetzt werden kann, wenn sie zum einen wirksam ist und zum zweiten vergleichbare therapeutische Alternativen nicht bestehen.

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