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Fragen und Antworten

Eine Frage von Sally H.:

Ich frage für eine Bekannte, die Enbrel genommen hat. Durch dieses Medikament hat sie eine schwere Zystitis bekommen. Der Urologe hat gemeint, dass sie Enbrel weglassen soll. Zur Behandlung der Zystitis hat sie Spasmolyt bekommen. Da ihr Enbrel sehr geholfen hat, wollte ich wissen, ob es möglich ist, zur Behandlung der Nebenwirkung (Zystitis) das Spasmolyt neben der Behandlung mit Enbrel anzuwenden. Dann wäre ihr mit Enbrel geholfen und die Nebenwirkung könnte mit Spasmolyt verhindert werden.

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 31.12.2003:

Leider gehört ein erhöhtes Infektionsrisiko zu den möglichen Nebenwirkungen einer Enbrel-Therapie. Dazu zählen auch Harnwegsinfekte wie Blasenentzündungen (Cystitis). Wenn es sich um eine schwerere Infektion handelt, muß die Therapie mit Enbrel kurz pausiert und die Infektion gezielt mit einem Antibiotikum behandelt werden. Wenn die Infektion dann abgeklungen ist, kann die Therapie mit Enbrel dann wieder fortgesetzt werden.

 

Wer anfällig für Infekte ist, sollte sich entsprechend vorsichtig verhalten. Bei einer erhöhten Anfälligkeit für Harnwegsinfekte gehört dazu, daß man sich entsprechend warm anzieht; außerdem macht es auch Sinn, ausreichend zu trinken. Weiterhin ist eine strenge Beachtung von hygienischen Regeln notwendig. Da bei Frauen die Harnröhre nur sehr kurz ist (ca. 1 cm), ist der Weg von außen über die Harnröhre in die Harnblase sehr kurz. Deshalb kann es bei ihnen auch schnell zu Schmierinfektionen kommen, die dann mit einer Harnröhrenentzündung beginnen (die die Betroffene im übrigen manchmal gar nicht merkt oder die nur zu geringen Symptomen führt) und sich dann rasch zu einer handfesten Blasenentzündung ausweiten.

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