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Fragen und Antworten

Eine Frage von Annelisi, 35 Jahre:

Ich bin 35 Jahre alt, habe seit 3 1/2 Jahren schwere chronische Polyarthris. Habe schon etliche Medikamente genommen und bin nun bei Enbrel angelangt sowie Cortison. Habe gehört, daß Enbrel nicht länger als 6 Monate genommen werden darf. Stimmt das? Was kommt danach für ein Medikament? Ich möchte nicht schon wieder mich als "Versuchskanninchen" fühlen. Habe auch seit 5 Monaten auf eigene Faust MTX abgesetzt, möchte auch gerne noch schwanger werden. Würde mir wünschen in einer Rehakur völlig "entgiftet" zu werden. Haben Sie eine geeignete Kurklinik, auch mit Fasten und Rheumaerfahrung für mich?

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 1.09.2001:

Enbrel darf länger als 6 Monate genommen werden, wenn es nötig ist. Die Patienten aus den ersten klinischen Studien zu Enbrel haben das Medikament nun schon über mehrere Jahre genommen. Weder aus theoretischen Gründen noch auf der Grundlage der Daten aus den vorliegenden Studien ist eine zeitliche Begrenzung der Enbrel-Therapie zu begründen, allerdings spielen natürlich heute in den Zeiten der begrenzten Finanzmittel im Gesundheitswesen finanzielle Gründe eine Rolle. Wenn eine Enbrel-Therapie aber medizinisch notwendig ist, dürfen die Kosten keine Rolle spielen. Wichtig ist, daß die Therapie von einem Rheumatologen für nötig befunden und in ihrer Durchführung kontrolliert wird.

Zu einer Schwangerschaft unter Enbrel liegen nur sehr wenige Erfahrungen vor. Insofern können hier noch keine allgemeinverbindlichen Ratschläge gegeben werden.

Nach einer Mtx-Pause von 5 Monaten steht einer Schwangerschaft nichts entgegen, eine besondere "Entgiftung" ist nicht notwendig. Wenn man sich und dem Kind etwas Gutes tun will, sollte man nach einer Mtx-Therapie vor einer geplanten Schwangerschaft die Folsäure-Reserven des Körpers auffüllen (Folsäure ist ein Vitamin, daß durch Methotrexat geblockt wird).

 

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