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Fragen und Antworten

Eine Frage von Erika:

Seit 17 Jahren leide ich an entzündlichem Gelenkrheuma. Viele Therapien brachten so gut wie nichts. Wir haben es aber im Laufe der Zeit geschafft, dass das Rheuma nicht schlimmer wird. Schmerzen und Entzündungen begleiten mich täglich. Daran habe ich mich gewöhnt und das macht mir relativ wenig aus.

Mich bewegt nun folgendes:

Ich nehme seit 5 Jahren MTX (1 x wöchentlich 15 mg). Die ersten Monate waren schrecklich. Mir war schlecht, ich mußte mich übergeben, konnte nichts essen, es war schlimm. Das hat sich aber gegeben.

Das einzige, was mich jetzt wirklich wesentlich beeinträchtigt ist, dass ich nicht mehr in der Lage bin, mich aus Depressionen (am folgenden Tag der Einnahme beginnend bis zu 3 - 4 Tagen) herauszuwinden. Mein Allgemeinbefinden ist dermaßen am Boden. Ich kann mich nicht überwinden aufzustehen. Ich kann meine tägliche Hausarbeit (ich habe MTX so gelegt, dass ich "nur" am Wochenende "malade" bin) nicht verrichten. Es kostet mich alles so viel Überwindung, die ich - gerade jetzt im Winter - eigentlich nicht mehr aufbringen kann.

Gibt es denn eine Möglichkeit, durch Vitamingaben diesen Zustand etwas zu verbessern? Ich bin es wirklich leid. Mein Mann leidet unter diesem Zustand, und ich selbst erst recht. Wenn man sich zu nichts mehr in der Lage fühlt, fragt man sich, wozu man noch da ist. Ich habe große Angst, wieder schwere Depressionen zu kriegen und mich nicht mehr aufraffen zu können.

Was kann ich tun und was kann ich meinen Rheumaarzt fragen, was für Möglichkeiten es gibt, diesen Zustand zu verbessern?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 20.11.2003:

Depressionen sind eine seltene, aber bekannte mögliche Nebenwirkung von Methotrexat. Leider gibt es mit einer Begleittherapie keine Möglichkeiten, diese Nebenwirkung zu beseitigen, speziell helfen hier Vitamine, Ernährungsumstellungen oder sonstige vergleichbare Maßnahmen nichts. Theoretisch könnte man einen Versuch mit einer medikamentösen antidepressiven Therapie machen; dies ist aber grundsätzlich eher der falsche Ansatz, da man damit die Ursache der Depressionen nicht beseitigt.

Wenn für die Therapie der entzündlich-rheumatischen Erkrankung Alternativen zur Verfügung stehen, die bislang noch nicht eingesetzt wurden und die nicht mit der möglichen Nebenwirkung von Depressionen einhergehen (z.B. im Fall einer rheumatoiden Arthritis beispielsweise Leflunomid = Arava), sollte Methotrexat abgesetzt und durch eine andere langwirksame antirheumatische Therapie ersetzt werden.

Keywords: Methotrexat * Mtx * Nebenwirkungen * Depressionen * Alternativen

 

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