Sie sind hier: rheuma-online » Archiv » Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Eine Frage von Manuela S.:

Sehr geehrter Hr. Dozent Langer! Ich weiß, daß Sie mir keine Therapieempfehlungen via Internet geben können, ich habe aber eine Frage. Ich habe am Montag meine 4. Infusion Remicade erhalten, eine doppelte Menge von 600 mg. Ich nehme jeden Tag am Morgen 4mg Urbason. Bis zum Beginn der Remicade-Behandlung habe ich Mtx einmal wöchentlich gespritzt bekommen. Ab der 1. Remicade-Infusion ist das MTX nicht mehr gespritzt worden. Ich weiß nicht, warum mein Arzt damit aufgehört hat. Wann setzt die Wirkung von Remicade ein, denn ich verspüre nur eine leichte Wirkung? Herzlichen Dank

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 18.09.2002:

1. Remicade mit oder ohne Mtx?

 

Bei der Behandlung einer chronischen Polyarthritis / rheumatoiden Arthritis wird Remicade in der Regel zusammen mit Methotrexat (Mtx) eingesetzt, wobei bei einem normalgroßen und normalgewichtigen Erwachsenen normalerweise die übliche Dosis von 15 mg Mtx einmal pro Woche verwendet wird. Die Kombination mit Mtx verstärkt zum einen die Wirkung von Remicade und soll zum anderen die Bildung von Antikörpern gegen den in Remicade enthaltenen Wirkstoff verhindern und damit ebenfalls auch langfristig zu einer Wirkungsverbesserung beitragen.

 

Der Wirkungseintritt ist bei einer Remicade-Therapie bei einigen Patienten nahezu dramatisch und wird dann im günstigsten Fall schon unmittelbar nach der ersten Infusion verspürt. Bei anderen kommt es nicht zu dieser Sofortwirkung, sondern, ähnlich wie bei den üblichen langwirksamen Antirheumatika wie Mtx, erst langsam im Behandlungsverlauf zu einem Effekt. Nach meiner Erfahrung sollte die Wirkung von Remicade aber nach spätestens 3 Monaten eingesetzt haben. Wenn dies bis zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgt ist, würde ich von einer unzureichenden oder fehlenden Wirksamkeit ausgehen und die langwirksame antirheumatische Therapie ändern.

Copyright © 1997-2022 rheuma-online
rheuma-online Österreich
 
Alle Texte und Beiträge in rheuma-online wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Irrtümer sind jedoch vorbehalten. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Jegliche Haftungsansprüche, insbesondere auch solche, die sich aus den Angaben zu Krankheitsbildern, Diagnosen und Therapien ergeben könnten, sind ausgeschlossen.