Sie sind hier: rheuma-online » Archiv » Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Eine Frage von Markus B.:

Ich hatte im April 2001 einen Herzinfarkt - Verschluß Herzkranzgefäß - 100 % ige Stenose bei einer Arterie - nach Stentimplantat wieder gute Ergebnisse beim EKG und Belastungs-EKG. Kommt für mich Enbrel noch in Frage ?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 18.09.2002:

Grundsätzlich ist nach einem unkomplizierten Herzinfarkt eine Therapie mit Enbrel möglich. Nach den mir bekannten Studien hat Enbrel kein Risiko für die Herzkranzgefäße; dies ist auch aus theoretischen Gründen auf Grund des Wirkmechanismus nicht zu erwarten. Problematisch ist der Einsatz von Enbrel, wenn es in der Folge des Herzinfarktes zu einer höhergradigen Herzschwäche („Herzinsuffizienz“) gekommen ist oder wenn bereits schon vor dem Herzinfarkt eine höhergradige Herzschwäche bestand. Ich kenne zwar eine wissenschaftliche Kurzmitteilung, dass Enbrel von Herzspezialisten versuchsweise zur Behandlung einer speziellen Form der Herzschwäche eingesetzt worden ist (Kardiomyopathie) und dabei zu guten Erfolgen geführt hat. Andererseits deuten Daten zur einer anderen Form der TNF-Blockade mit dem TNF-Antikörper Infliximab (Remicade) darauf hin, dass sich durch diese Therapie eine Herzschwäche verschlechtern kann. Auch wenn diese Daten nicht unmittelbar auf die Therapie mit Enbrel übertragen werden können, sollten sie Anlaß zur Vorsicht geben.

 

Copyright © 1997-2022 rheuma-online
rheuma-online Österreich
 
Alle Texte und Beiträge in rheuma-online wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Irrtümer sind jedoch vorbehalten. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Jegliche Haftungsansprüche, insbesondere auch solche, die sich aus den Angaben zu Krankheitsbildern, Diagnosen und Therapien ergeben könnten, sind ausgeschlossen.