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Fragen und Antworten

Eine Frage von Verena:

Zur Zeit bekomme ich Enbrel und niedrig dosiertes Cortison plus Magenschutz und Schmerzmittel. Mein behandelnder Rheumatologe ist nun der Meinung, daß die derzeitige Therapie mit Enbrel alleine nicht reicht und ich daher noch Mtx dazu kriegen soll. Problem ist nur, dass ich Mtx schon mehrmals vorher hatte und es zum Schluss nur noch angucken brauchte und schon war mir ne Woche schlecht.

 

Wie sind die Erfahrungen mit der Kombi Mtx – Enbrel?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 7.05.2005:

Die Kombination von Enbrel mit Methotrexat ist sehr bewährt und hochwirksam. Zum Einsatz kommt sie immer dann, wenn eine Monotherapie mit Methotrexat (oder auch mit Enbrel) nicht oder nicht ausreichend effektiv ist. Nach den Ergebnissen der TEMPO-Studie gelingt es mit dieser Kombination, bei der Mehrzahl der Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis das Fortschreiten der Erkrankung vollständig zu stoppen; zum Teil sieht man im Röntgenbild sogar Zeichen einer Heilung. Wir haben über die TEMPO-Studie ausführlich im TNF-Ticker vom 22. März 2004 berichtet (hier verfügbar).

Ein Problem ist in der Tat, daß bei einem Teil der Patienten mit einer schweren rheumatoiden Arthritis auf Enbrel gewechselt wurde, da eine vorhergehende Therapie mit Methotrexat nicht vertragen wurde oder wegen anderer Nebenwirkungen (z.B. Leberwerterhöhungen) abgebrochen werden musste. In einem solchen Fall kann natürlich die Kombination aus Enbrel mit Methotrexat nicht durchgeführt werden.

Eine „offizielle“ Lösungsmöglichkeit für dieses Problem gibt es nicht. In der täglichen rheumatologischen Praxis wird bei solchen Patienten im Einzelfall aber so vorgegangen, daß man statt Methotrexat auf Leflunomid (Arava) ausweicht und damit auf eine andere  Kombination geht. Allerdings ist diese Kombination von Enbrel mit Arava nicht durch klinische Studien abgesichert. Von Einzelfallbeobachtungen wissen wir aber, daß sie auch bei solchen Patienten, die zuvor Methotrexat nicht vertragen haben, meist gut verträglich ist. Wenn man die Ergebnisse aus den Studien zur Arava-Monotherapie auf die Kombination überträgt (was wissenschaftlich eigentlich nicht erlaubt ist), darf man vermuten, daß diese Kombination ähnlich wirksam sein dürfte wie die Kombination aus Enbrel mit Methotrexat. Von den Einzelfallbeobachtungen geht der klinische Eindruck auch in diese Richtung. Der definitive Beweis aus größeren, systematischen Untersuchungen fehlt aber dazu.

 

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