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Fragen und Antworten

Eine Frage von Christine H.:

Haben Sie schon Erfahrungen mit einer TNF-alpha-Blocker-Therapie bei Patienten mit Morbus Behçet?

 

Ich nehme zur Zeit allerlei Schmerztabletten wegen eines akuten Schubes, und es schlägt momentan nichts mehr an. Habe meinen Hausarzt um Rat gefragt, ob er mir ein anderes Medikament verschreiben kann. Er meinte, es gäbe nichts anderes, ich habe das Limit erreicht.

 

Nun meine Frage: Kann der TNF – Blocker eine Linderung der Schmerzen sowie eine Eindämmung der Schübe bewirken?

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 19.02.2004:

Der M. Behcet ist eine – in unserer Region – sehr seltene Erkrankung. Auch international gesehen ist die Erkrankung nicht sehr häufig; es gibt aber Länder, z.B. Japan, wo der M. Behcet deutlich häufiger auftritt als bei uns.

 

Wegen der relativen Seltenheit der Erkrankung gibt es nur wenige und zahlenmäßig nicht sehr umfangreiche klinische Studien zur Behandlung.

 

Bei der Auswahl der Medikamente orientiert man sich deshalb in erster Linie an verwandten Erkrankungen, in erster Linie Krankheitsbildern aus der Gruppe der Vaskulitiden. Dabei kombiniert man in der Regel Cortison mit immunsuppressiven Medikamenten, wobei sich die Auswahl der Substanzen nach dem individuellen Krankheitsbild richtet.

 

Die üblichen Substanzen sind dabei Methotrexat (Mtx), Ciclosporin (z. B. Sandimmun, Sandimmun optoral, heute Immunosporin), Azathioprin (z.B. Imurek) oder neuere Substanzen wie Leflunomid (Arava), entweder einzeln als Monotherapie oder auch in Kombination.

 

Bei schweren Verlaufsformen, z.B. auch bei einer Gehirnbeteiligung („Neuro-Behcet“) kommt auch Cyclophosphamid (z.B. Endoxan) zum Einsatz.

 

Zur Therapie des M. Behcet mit TNF-alpha-Blockern liegen nur sehr spärliche Kenntnisse aus Einzelfällen vor. Danach sind diese Substanzen aber offensichtlich bei einem Teil der Patienten mit M. Behcet auch dann wirksam, wenn die traditionellen Medikamente nicht geholfen haben. In solchen Fällen erscheint nach den Erfahrungen aus bislang vorliegenden Fallberichten ein Therapieversuch mit TNF-alpha-Blockern gerechtfertigt.

 

Persönlich verfüge ich zwar über umfangreiche Erfahrungen mit dem Einsatz von TNF-alpha-Blockern, habe diese Substanzen selber aber noch nicht bei der Therapie eines M. Behcet eingesetzt.

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