Sie sind hier: rheuma-online » Archiv » Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Eine Frage von Frau B.:

Ich werde seit Dezember 2000 mit Enbrel behandelt. Die Wirkung ist bei mir sehr groß. Ich habe aber noch gezielte Fragen, die dem Beipackzettel nicht zu entnehmen sind und wo ich mir bei meiner Ärztin keine genauen Angaben erhoffe, da dieses Medikament noch nicht sehr lange auf dem Markt ist.

 

Meine spezifischen Fragen sind wie folgt:

 

· Wurden bereits Erfahrungen mit Enbrel bei Schwangerschaft gemacht? Wenn nicht, ab wann müßte man Enbrel absetzen, wenn man eine Schwangerschaft plant?

· Ist eine Unterbrechung mit Enbrel zwischendurch (vielleicht nach einem halben Jahr) ratsam oder kann man es, wenn die Krankenkasse mitspielt, durchgängig nehmen?

· Welche Impfungen sollten möglichst vermieden werden, wenn ja warum und welche Nebenwirkungen könnten dann auftreten?

· Wo im Internet kann ich mich mit Enbrel-Patienten austauschen?

 

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antworten. Mit freundlichen Grüßen

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 18.09.2002:

Schwangerschaft unter Enbrel

 

Erfahrungen zu einer Schwangerschaft unter Enbrel legen aus wissenschaftlichen, kontrollierten klinischen Studien nicht vor. Insofern kann formal nicht zu einer Schwangerschaft unter einer Enbrel-Therapie geraten werden. Unter theoretischen Gesichtspunkten zum Wirkungsmechanismus sollten aber eigentlich keine Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes im Mutterleib oder auf den Schwangerschaftsverlauf zu erwarten sein. U.U. ist damit im sehr individuellen Einzelfall unter genauer Aufklärung und Risikoabwägung eine Fortsetzung der Enbrel-Therapie auch in der Phase einer gewünschten Schwangerschaft denkbar.

 

Generell gilt bei den meisten langwirksamen antirheumatischen Medikamenten ein Sicherheitsabstand von 3 Monaten zwischen Absetzen des Medikaments und einer Empfängnis. Für Enbrel sind mir keine speziellen Empfehlungen bekannt.

 

Enbrel-Therapie mit Unterbrechungen oder kontinuierlich?

 

Die Erfahrung aus den bisherigen Studien und der täglichen Anwendung in der Praxis zeigt, dass die Arthritis wiederkommt, wenn Enbrel nach Eintritt einer Remission abgesetzt wird. Man kann heute noch nicht sagen, wie lange eine Remission unter Enbrel anhalten muß, bis man einen Absetzversuch unternehmen kann. Wir selber halten einen Zeitraum von mindestens 3, besser von 6 Monaten, im Einzelfall sogar von einem Jahr für angemessen.

 

Gegen eine kontinuierliche Einnahme von Enbrel spricht nichts. So lange es wirkt und es keine Nebenwirkungen macht, sollte man die Therapie ohne Unterbrechung durchführen.

 

Impfungen unter einer Enbrel-Therapie

 

Unter Enbrel sollten grundsätzlich keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen erfolgen. Da aus Studien keine Erfahrungen mit Impfungen unter Enbrel vorliegen, kann man derzeit auch zu anderen Impfungen keine gesicherte Empfehlung geben. Für Enbrel gelten aber im wesentlichen dieselben Gesichtspunkte wie für andere langwirksame antirheumatische Medikamente und für Immunsuppressiva.

 

(Anmerkung: Zwei ausführliche Antworten zur Frage nach Impfungen unter einer TNF-alpha-Therapie finden sich im allgemeinen Teil)

 

Erfahrungsaustausch mit anderen Enbrel-Patienten

 

Ein Erfahrungsaustauch mit Enbrel-Patienten kann in unserem Erfahrungsaustausch-Forum erfolgen (http://rheuma-online.de/phorum/). Einfach mal dort einen Versuch unternehmen. Neu und ganz speziell zum Erfahrungsaustausch von Patienten mit einer TNF-alpha-Therapie ist das Forum des TNF-Informations-Zentrums TIZ (www.tiz-info.de).

Copyright © 1997-2022 rheuma-online
rheuma-online Österreich
 
Alle Texte und Beiträge in rheuma-online wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Irrtümer sind jedoch vorbehalten. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Jegliche Haftungsansprüche, insbesondere auch solche, die sich aus den Angaben zu Krankheitsbildern, Diagnosen und Therapien ergeben könnten, sind ausgeschlossen.