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Fragen und Antworten

Eine Frage von Silke:

Hallo,

Ich spritze seit 2 Wochen Enbrel. Es bekommt mir sehr gut. Ich hatte nach den ersten 3 Spritzen keinerlei Nebenwirkungen. Nach der 4. Spritze stellte sich eine sogenannte Recall-Reaktion ein. Sämtliche vorherigen und auch die aktuelle Einstichstelle röteten sich großflächig und juckten. Die Rötungen halten nun schon 4 Tage an. Meine Rheumatologin hat heute nur abgewunken und gemeint, das kenne sie. Auf die Frage, was ich machen soll, sagte sie: "Nichts". Auch meinte sie, Salben oder Cremes würden da nicht helfen. Ich bin etwas verunsichert. Heißt das, dass diese Symptome wieder abklingen oder muss ich damit rechnen, dass ich diese Probleme ständig haben werde?

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 14.06.2005:

Bei einem kleinen Teil der Patienten kommt es bei der Therapie mit Enbrel zu den von Ihnen beschriebenen Hautreaktionen. Was man zunächst schauen sollte, ist die Herkunft der Spritzen. Bei der Importware, die für den amerikanischen Markt und die übrigen Länder außer Deutschland hergestellt wird, ist ein Konservierungsmittel enthalten. Einige Patienten reagieren nicht auf den Inhaltsstoff von Enbrel selber, sondern nur auf den Konservierungsstoff. In diesem Fall hilft ein Wechsel die für Deutschland hergestellte Ware (in diesem Fall muß der Arzt bei der Verordnung auf das Rezept ausdrücklich „Deutsche Handelsware“ schreiben). Wenn die Reaktionen auch bei der deutschen Ware auftreten, muß man gemeinsam mit dem behandelnden Rheumatologen bzw. in Ihrem Fall mit der behandelnden Rheumatologin überlegen, ob diese Nebenwirkung angesichts einer guten Wirksamkeit des Präparates akzeptabel ist, oder ob man die Therapie umstellen muß. Örtliche Maßnahmen sind in der Tat nur wenig oder gar nicht wirksam, und auch eine zusätzliche Medikamenteneinnahme, z.B. von einem Antiallergikum, d.h. einem Medikament gegen allergische Reaktionen, helfen in der Regel bei diesen Hautreaktionen wenig oder gar nicht. Vermutlich handelt es sich auch nicht um eine allergische Reaktion im klassischen Sinne.

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