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Fragen und Antworten

Eine Frage von Guido:

Hilft Adalimumab (Humira) auch bei undifferenzierter Spondarthritis? Welche Erfahrungen gibt es zu dieser Therapie?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 8.08.2004:

Abbott Laboratories ,der pharmazeutische Hersteller von Humira (Wirkstoff Adalimumab), hat im Frühjahr 2004 mit einer weltweiten Phase-III-Studie begonnen, in der die  Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Adalimumab (Humira) bei der Therapie der ankylosierenden Spondylitis (SpA, M. Bechterew) geprüft werden soll. Hintergrund der Studie ist die hohe Wirksamkeit der anderen TNF-alpha-Blocker (Infliximab, Handelsname Remicade, Etanercept, Handelsname Enbrel) bei der Behandlung dieses Krankheitsbildes. Sowohl Remicade als auch Etanercept sind deshalb bereits für die Behandlung des M. Bechterew zugelassen.

Humira ist wie Remicade ein monoklonaler Antikörper gegen TNF-alpha. Im Gegensatz zu Remicade enthält dieser Antikörper aber keine Mausanteile mehr, sondern ist vollständig humanisiert, d.h. entspricht den im menschlichen Körper vorkommenden Antikörpern. Etanercept arbeitet dagegen nach einem anderen Prinzip. Es handelt sich dabei um einen sogenannten löslichen Rezeptor. Auch Etanercept entspricht in seiner Struktur den im menschlichen Körper vorkommenden natürlichen TNF-Rezeptoren und enthält damit keine tierischen Bestandteile.

Bei der nun begonnenen Humira-Studie zur Therapie des M. Bechterew soll dieses Medikament bei Bechterew-Patienten eingesetzt werden, die auf eine Behandlung mit cortisonfreien Entzündungshemmern (nicht-steroidale Antirheumatika, NSAR) nicht oder nicht ausreichend angesprochen haben. Zielparameter der Studie sind eine Verbesserung der Krankheitssymptome und Befunde und die Auswirkung auf die Lebensqualität.

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