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Fragen und Antworten

Eine Frage von Jutta G.:

Ich würde gerne wissen, ob bei Vorliegen einer Angina pectoris-Erkrankung eine Medikation mit Enbrel vorgenommen werden kann oder ob hier unter Nutzen-Risiko-Aspekten von einer Behandlung abzusehen ist.

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 15.09.2004:

Es gibt Hinweise darauf, daß TNF-alpha-Blocker bei einer schweren Herzschwäche die Herzfunktion weiter verschlechtern können. Deshalb sollten bzw. dürfen sie bei einer höhergradigen Herzinsuffizienz (Herzleistungsschwäche) nicht gegeben werden.

Bei einer Angina-pectoris-Erkrankung liegt eine Verengung der Herzkranzgefäße vor. Es handelt sich damit um ein grundsätzlich ganz anderes Krankheitsbild. Ein negativer Einfluß von TNF-alpha-Blockern auf eine Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, KHK) ist nicht bekannt. Da bei Patienten mit einer entzündlich-rheumatischen oder immunologischen Systemerkrankung die Erkrankung der Herzkranzgefäße u.a. auch durch die Entzündung hervorgerufen und/oder verschlechtert wird, könnte man sogar spekulieren, daß sich eine stark entzündungshemmende Therapie, wie dies bei TNF-alpha-Blockern der Fall ist, sogar günstig auf dieses Krankheitsbild auswirken könnte.

Im Klartext bedeutet dies, daß eine Therapie mit Enbrel auch bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung durchgeführt werden kann.

Eine Einschränkung ist zu machen:

Bei einem Teil der Patienten kommt es bei einer koronaren Herzkrankheit über die schlechtere Blutversorgung des Herzens nicht nur zu einer Angina-pectoris-Symptomatik, d.h. einem Engegefühl in der Brust bis hin zu Schmerzen hinter dem Brustbein, sondern im Verlauf der Erkrankung auch zu einer Pumpschwäche des Herzens. Wenn es also auf dem Boden einer koronaren Herzkrankheit auch zu einer Herzinsuffizienz gekommen ist und diese höhergradig ist, dürfen TNF-alpha-Blocker dann aus diesem Grund nicht gegeben werden.

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