Sie sind hier: rheuma-online » Archiv » Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Eine Frage von Karin B.:

Ich bin 43 Jahre alt, habe seronegative cP und nehme seit September 2001 wöchentlich 20 mg MTX und täglich 200-400mg Celebrex.

Seit ca. Januar 2002 habe ich vermehrt Probleme nach dem Konsum von Milch und Milchprodukten. Ich bekomme so 6-12 Stunden, nachdem ich einen Joghurt oder Käse etc. gegessen habe, starke Blähungen, Bauchschmerzen und dann auch weichen Stuhl.

In einem Buch über Lactose-Intoleranz habe ich gelesen, dass Zytostatika dafür verantwortlich sein können.

Jetzt meine Frage: kann das auch bei der eher geringen Dosis schon der Fall sein und ist das reversibel, wenn man kein MTX mehr nehmen muß?

Oder wäre es auch möglich, dass es damit zusammenhängt, dass ich im November 2000 eine Gallenblasen-OP hatte, nachdem ich eine Gelbsucht durch einem Gallenstein hatte?

Ich komme mit einer entsprechenden Diät und lactosefreier Milch im Normalfall ganz gut zurecht, doch es interessiert mich einfach, wieso ich plötzlich so empfindlich bin. Vorher habe ich nie Probleme gehabt und habe regelmäßig Milchprodukte gegessen. Meine größte Sorge ist, dass ich nicht genug Calcium zu mir nehme, und dadurch Osteoporose-gefährdet bin.

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 1.01.1970:

Von diesem Problem höre ich zum allerersten Mal, kann aber selbst bei der kleinen Menge Mtx nicht vollständig ausschließen, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Medikament und der Nahrungsmittelunverträglichkeit gibt. Allerdings sollte man als erstes daran denken, dass unter den eingenommenen Medikamenten auch Celebrex in Frage kommen könnte. Hier würde sich der Versuch lohnen, einmal auf ein anderes Präparat, z.B. den anderen selektiven COX-2-Hemmer Rofecoxib (Handelsname Vioxx) umzusteigen, um zu schauen, ob es nicht daran liegen könnte.

Ob eine Lactose-Intoleranz vorliegt, kann man mit einer entsprechenden Diagnostik abklären. Im Zweifelsfalle ist eine Vorstellung bei einem Gastroenterologen empfehlenswert.

Ob die Symptome aufhören, wenn die Methotrexat-Therapie beendet wird, kann man natürlich erst sagen, wenn man die genaue Ursache kennt. Ob eine durch Mtx hervorgerufene Lactose-Intoleranz reversibel ist, d. h. ob sich die Symptome in diesem Fall zurückgehen, wenn die Therapie nicht mehr durchgeführt wird, weiss ich nicht.

Hinsichtlich des Osteoporose-Risikos sollte man ohnehin täglich 4 x 250 mg Calcium pro Tag und 1.000 Einheiten Vitamin D3 pro Tag zu sich nehmen, da man in den meisten Fällen die notwendige Calciummenge mit der Nahrung alleine nicht zuführt.

Keywords: Methotrexat * Lantarel * Nahrungsmittelunverträglichkeit * Lactose-Intoleranz * Celecoxib * Celebrex

 

Copyright © 1997-2022 rheuma-online
rheuma-online Österreich
 
Alle Texte und Beiträge in rheuma-online wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Irrtümer sind jedoch vorbehalten. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Jegliche Haftungsansprüche, insbesondere auch solche, die sich aus den Angaben zu Krankheitsbildern, Diagnosen und Therapien ergeben könnten, sind ausgeschlossen.