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Fragen und Antworten

Eine Frage von Erwin K.:

Soeben habe ich Ihren Artikel über Kineret-Therapie gelesen. In 1960 war ich in der Uniklinik, damals hiess es chronische Polyarthritis. Ich war damals sehr schlimm dran, Füsse, Sprunggelenke und Knie waren betroffen. Wurde mit Butazolidin, Cortison und Gold behandelt. 3 Monate im Spital, nachher 2 Jahre an Krücken. Bis vor 2 Jahren hatte ich absolut Ruhe. Jetzt habe ich starke Schmerzen in den Fingergelenken und Zehen. Da die Zehen noch von 1960 an sehr deformiert sind und nun entzündet, habe ich grosse Mühe, die Schuhe zu tragen. In der Rheumaklinik sagte man mir nun, dies sei Psoriasis, und es gebe kein Medikament ausser Krebsmittel. Ein Rätsel ist mir, warum ich so lange Ruhe hatte. Ich überlege, was sich geändert hat, was ich anders mache, leider finde ich keinen Grund! Es wäre lieb, wenn Sie mir sagen könnten, ob dieses neue Medikament mir helfen kann.

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 1.08.2002:

Durch die Zulassung der europäischen Zulassungsbehörde ist Kineret für die Therapie der chronischen Polyarthritis zugelassen, derzeit dagegen noch nicht für die Therapie der Psoriasisarthritis. Allerdings ist es nach Ihren Angaben nicht sicher, ob Sie nicht eine chronische Polyarthritis haben. Zumindest war ja seinerzeit diese Diagnose gestellt worden. Geht man einmal davon aus, dass bei Ihnen eine chronische Polyarthritis vorliegt, käme Kineret für Sie grundsätzlich in Frage. Allerdings sollte vorher einer Therapie mit Methotrexat versucht worden sein; ich vermute, dass das das Mittel ist, das von Ihren Ärzten als Krebsmittel angesprochen wurde. In der Rheumatologie werden allerdings bei diesem Mittel viel niedrigere Dosierungen als bei der Krebstherapie eingesetzt, so dass man die Behandlung einer chronischen Polyarthritis mit Methotrexat nicht mit der Methotrexat-Behandlung bei Krebs vergleichen kann.

Zu Ihren anderen Fragen: Es kann tatsächlich vorkommen, dass eine chronische Polyarthritis, aber auch eine Psoriasisarthritis durch eine wirksame langwirksame antirheumatische Therapie in eine komplette und langanhaltende Remission gebracht werden kann. Warum es dann nach einer so langen Zeit wieder zu einer neuen Schubsituation gekommen ist, ist aus der Ferne schwer zu klären. Manchmal sind es Infektionen, die so einen Schub auslösen, manchmal sind es besondere körperliche, manchmal besondere seelische Belastungen. Und oft gibt es überhaupt keine Erklärung.

 

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