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Fragen und Antworten

Eine Frage von Sabine:

Ich bin 29 Jahre alt und habe seit meinem 4. Lebensjahr einen Diabetes mellitus Typ I, mit dem ich gut zurecht komme (intensivierte Insulintherapie, HbA1c zwischen 5,5 und 7). Wegen einer hochaktiven Arthritis bin ich nun trotz vorausgehender Basistherapien, die ich alle nicht gut vertragen haben (z.T. grauenhafte Nebenwirkungen,z.B. massive Magen-Darm-Probleme, Depressionen) seit 2 Jahren mehr oder weniger arbeitslos, im letzten Jahr auf Grund der Beschwerden auch nicht arbeitsfähig.

 

Mein neuer Rheumatologe denkt nun über eine Therapie mit TNF-alpha-Blockern nach, ich bin dabei, mich umfassend zu informieren...

 

Eine wichtige Frage ist, ob eine Therapie mit TNF-alpha-Blockern mit dem Diabetes überhaupt möglich ist.

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 19.03.2004:

Zu den häufigeren Nebenwirkungen von TNF-alpha-Blockern gehört ein erhöhtes Infektionsrisiko. Da auch ein Diabetes mellitus mit einem erhöhten Infektionsrisiko vergesellschaftet ist, addieren sich hier zwei gleichsinnige Risiken, möglicherweise potenzieren sie sich sogar. Dies ist aber kein zwingender Grund, bei Patienten mit einem Diabetes mellitus auf den Einsatz von TNF-alpha-Blockern zu verzichten, insbesondere auch dann, wenn der Diabetes gut eingestellt ist und im bisherigen Krankheitsverlauf auch nicht durch besondere Komplikationen, insbesondere auch häufige Infektionskomplikationen, gekennzeichnet war.

 

Allerdings sollte die Indikation für den Einsatz von TNF-alpha-Blockern bei solchen Patienten sehr eng gestellt werden, d.h. man sollte sehr genau auch mögliche therapeutische Alternativen prüfen. Außerdem sollten solche Patienten sehr sorgfältig im Verlauf kontrolliert werden und nur von solchen Spezialisten behandelt werden, die sich mit der TNF-alpha-blockierenden Therapie gut auskennen.

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