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Fragen und Antworten

Eine Frage von Manja:

durch Zufall bin ich auf Ihre Internetseite gestoßen. Ich bin 30 Jahre alt und leide an einer undifferenzierten Kollagenose. Ich leide an Schwindel, Müdigkeit, Schlappheit, Gelenkschmerzen und Schwellungen. Auch leide ich an Fieberschüben mit Todesängsten.

Mein Rheumatologe bestätigt die Diagnose. Ich werde seit 2 Jahren mit Imurek 75 mg, Prednisolon 7,5 mg, Celebrex und Calcimagon behandelt.

Bei uns besteht der dringende Wunsch, ein Kind zu haben. Es ist nur über eine künstliche Befruchtung möglich.

Jetzt habe ich meinen ersten gescheiterten IVF-Versuch hinter mir. Hab versucht, das Imurek abzusetzen, aber es geht mir sehr viel schlechter. Während der Hormontherapie habe ich überreagiert. Gonal, was ich mir täglich gespritzt habe, hat sich mit Imurek nicht vertragen. Nach Rücksprache mit meinem Rheumatologen habe ich Imurek abgesetzt. Seitdem geht es mir viel schlechter. Ich stehe jetzt in meinen 1. Krykoversuch, wo ich die Pille nehme zur Zeit. Ich möchte gerne ein Baby und weiß nicht, wie ich es mit meinen Beschwerden durchstehen soll.

Meine Frage: Was kann ich als Basis zu Imurek nehmen? Hemmt eine undifferenzierte Kollagenose die Fruchtbarkeit oder Imurek? Ich möchte Imurek nicht nehmen, weil es schädlich für das Kind ist. Was kann ich tun, dass der nächste Versuch klappt, dass ich auf meine geregelten Medikamente komme. Mir geht es momentan so schlecht, dass ich mein tägliches Leben nicht mehr bewältigen kann. Vielleicht können sie mir helfen. In unserer Kinderwunschpraxis kann man mit Imurek nichts anfangen. Mein Rheumatologe sagt mir, das es ein Risiko ist. Aber ich will ein Baby. Ansonsten gehe ich nervlich kaputt. Was kann ich tun?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 12.12.2003:

Sie werden verstehen, daß ich Ihnen aus der Ferne auch nicht helfen kann. Aus medizinischen und auch aus rechtlichen Gründen ist eine individuelle Beratung von Patienten, die man nicht selber untersucht hat, nicht möglich.

Außerdem ist ein Kinderwunsch bei einer Kollagenose schon ein großes Problem, selbst ohne IVF. Durch die Schwangerschaft kann es zu einer Verstärkung der Krankheitsaktivität der Kollagenose kommen, so daß eine Schwangerschaft nach Möglichkeit nur dann geplant werden sollte, wenn die Erkrankung sich in einem stabilen Zustand befindet.

Bei der IVF kann es durch die hormonelle Umstellung und durch die Hormontherapie ebenfalls zu einer Verstärkung der Krankheitsaktivität bis hin zu einer Schubsitution kommen. Das Risiko dafür steigt natürlich, wenn gleichzeitig die immunsuppressive Therapie mit Imurek abgesetzt wird.

Alles in allem klingt es aus der Ferne danach, daß der gegenwärtige Augenblick und die vorliegende Krankheitsaktivität der Kollagenose möglicherweise nicht auf einen optimalen Zeitpunkt für eine geplante Schwangerschaft und eine IVF hindeuten.

Keywords: Kollagenose * Kinderwunsch * Schwangerschaft * in-vitro-Fertilisation * IVF * Immunsuppression * Azathioprin * Imurek * Schubauslösung * hormonelle Umstellung * Hormontherapie

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