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Fragen und Antworten

Eine Frage von Sophie:

Ich bekomme seit Ende Januar diesen Jahres Humira. Innerhalb von sieben Injektionen hat sich mein Gesundheitszustand ganz hervorragend gebessert. Ich kann wieder Fahrrad fahren, was für mich einem Wunder gleicht, da ich vorher kaum mehr laufen konnte. Im März wurden meine Blutwerte abgenommen. Vor drei Wochen war ich beim Rheumatologen, um die Werte zu besprechen. Er sagte mir, die Werte wären sehr gut, und zeigte mir CRP und BSG und diverse Immunglobulin-Werte, die sich nun alle im Normbereich befinden.

 

Ich war sehr glücklich, musste aber zu Hause feststellen, dass sich meine Leukozyten von 5,61 auf 3,92, die Neutrophilen von 63,7% auf 44,4% und die Lymphozyten von 27,2% auf 42,6% unter Humira verändert haben. Muss ich nun mit einer Leukopenie oder anderem rechnen? Bislang hatte ich keine Nebenwirkungen unter Humira.

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 23.05.2004:

Es ist von allen TNF-alpha-Blockern bekannt, daß sie zu einer – in der Regel leichten – Leukopenie führen können, d.h. einem Abfall der weißen Blutkörperchen. Normalerweise ist dies ein reiner Laborbefund, dem keine weitere Bedeutung zukommt. Wenn die Therapie mit dem jeweiligen Präparat gut wirkt und ohne Nebenwirkungen vertragen wird, ist der Befund einer milden Leukopenie üblicherweise kein Anlaß zur Sorge oder gar zu der Überlegung, die Therapie zu beenden. Allerdings ist es beim Auftreten einer Leukopenie wichtig, mit den Patienten über mögliche Komplikationen, insbesondere Infektionskomplikationen, zu sprechen und auf Warnzeichen hinzuweisen, z.B. Fieber etc. In solchen Fällen ist dann besser, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig mit dem behandelnden Rheumatologen Kontakt aufzunehmen. Außerdem sollte man bei Patienten mit einer Leukopenie das Blutbild häufiger kontrollieren als bei anderen Patienten, bei denen die TNF-alpha-blockierende Therapie nicht mit einer Leukopenie einhergeht.

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