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Fragen und Antworten

Eine Frage von J.M.:

Ich habe kein Rheuma, sondern mittelschwere Psoriasis vulgaris, welche momentan noch nicht auf die Gelenke übergegangen ist. Meine Mutter hat schwerste Psoriasis der Haut und der Gelenke, mein Bruder hat auch Psoriasis.

 

Da nun Enbrel und Raptiva auch für Psoriais zugelassen sind, bin ich zur Zeit bemüht, einen Arzt zu finden, welcher mir diese Therapie verschreiben würde.

 

Ich habe jedoch ein zweites Problem, welches für mich bedeutender ist, sowohl ich als auch mein Bruder konnten bislang keine Kinder erzeugen und haben schlechte Spermienqualität: OAT.

 

Nun haben wir viel im Internet recherchiert und haben die Aussage eines Immunologen aus den USA entdeckt, der meint, dass, wie bei allen Autoimmunerkrankungen, ein ungünstiger Einfluss auf die Fruchtbarkeit zu sehen ist. d.h. er meint, dass die Spermien von der negativen cytokinen Umgebung auch negativ beeinflußt werden.

 

Weiter meint er, dass Anti-TNF-alpha-Medikamente sowohl die eigentliche Autoimmunkrankheit als auch die Spermienqualität positiv beeinflussen würden.

 

Ich verstehe zwar nicht so viel davon, aber mir kommt dies logisch vor, wenn die entzündlichen Prozesse im Körper reguliert werden, dann doch sicher auch bei den Spermien.

 

Denken Sie auch, dass dies möglich sein kann ?

 

Am ehesten bekomme ich wohl Raptiva verschreiben, nicht Enbrel. Kann eigentlich Raptiva auch als eine Art Anti-TNF-Alpha-Medikament angesehen werden, d.h. schwächt es letztendlich indirekt auch die Aktivität von TNF-Alpha?

 

Haben Sie von Männern, die diese Medikamente schon eingenommen haben, ganz konkret etwas negatives gehört, d.h. dass sich ihre Spermienqualität verschlechtert hat ?

 

Ich weiss, wie bei vielen Medikamenten sagt man standardmäßig, lieber nicht in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch, aber dies sind meines Wissens hauptsächlich Vorsichtsmassnahmen, wo sich die Hersteller absichern wollen, aber in Wirklichkeit sind viele der Medikamente gar nicht schädlich bei Kinderwunsch.

 

Auch in diesem Forum habe ich glaube ich gelesen, dass man bei Enbrel nicht schwanger werden soll.

 

Und in den USA wird gerade dieses Enbrel (auch Humira) seit einigen Jahren bei infertilen Frauen mit immunologischen Ursachen erfolgreich eingesetzt, um die schädlichen TNFs zu blockieren und eben erst eine Schwangerschaft herbeizuführen, und vor allem auch zu erhalten, dass es eben nicht zu einer Fehlgeburt kommt.

 

Deshalb bin ich sehr skeptisch, was das Abraten dieser Medikamente anbelangt

...

 

Und wie ist Ihre Erfahrung eigentlich grundsätzlich bei Männern mit Autoimmunerkrankungen. Haben Sie schon gehört, dass sie Probleme mit der Fruchtbarkeit haben bzw. mit dem Spermiogramm ?

 

Ich würde mich über eine Beantwortung meiner Fragen freuen.

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 24.02.2005:

Zum ersten Teil der Frage:

„… Nun haben wir viel im Internet recherchiert und haben die Aussage eines Immunologen aus den USA entdeckt, der meint, dass, wie bei allen Autoimmunerkrankungen, ein ungünstiger Einfluss auf die Fruchtbarkeit zu sehen ist. d.h. er meint, dass die Spermien von der negativen cytokinen Umgebung auch negativ beeinflußt werden.

Weiter meint er, dass Anti-TNF-alpha-Medikamente sowohl die eigentliche Autoimmunkrankheit als auch die Spermienqualität positiv beeinflussen würden.

Ich verstehe zwar nicht so viel davon, aber mir kommt dies logisch vor, wenn die entzündlichen Prozesse im Körper reguliert werden, dann doch sicher auch bei den Spermien.

Denken Sie auch, dass dies möglich sein kann? …“

Antwort:

Es gibt in der Tat eine Reihe von Untersuchungen, die auf einen Zusammenhang zwischen Autoimmunerkrankungen und einer verminderten Fruchtbarkeit hindeuten. Dies gilt sowohl für den Mann als auch für die Frau. Experimentelle Untersuchungen deuten dabei darauf hin, daß die verminderte Fertilität (Zeugungsfähigkeit bzw. Unfruchtbarkeit) über Zytokine (Botenstoffe) vermittelt wird. Dabei spielt das Zytokin TNF-alpha offensichtlich eine bedeutsame Rolle.

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