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Fragen und Antworten

Eine Frage von Liane M.:

Nach mehreren allergischen Reaktionen auf Sulfasalazin wurde mir nun MTX verschrieben. Jedoch habe ich durch mehrere Bekannte nun ein paar nicht sehr ermutigende Sachen gehört bezüglich der Nebenwirkungen. Leider haben auch die Ärzte verschiedene Meinungen. Kann die Einnahme von MTX bei einer evtl. späteren Schwangerschaft bei dem Ungeborenen zu Schädigungen führen bzw. vielleicht sogar eine Unfruchtbarkeit bei der Mutter hervorrufen?

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 1.06.2002:

Während einer Methotrexat-Therapie (z.B. mit Lantarel) darf man nicht schwanger werden, da es dann bei dem ungeborenen Kind zu Missbildungen kommen kann. Mtx schädigt allerdings nicht die Keimbahn, d.h. wenn Mtx ausreichend lange abgesetzt war, besteht nach allem, was man heute weiss, in der Folge kein erhöhtes Risiko für nachfolgende Schwangerschaften.

Ebenso gibt es nach meiner Kenntnis keine Hinweise darauf, dass Mtx zu einer Unfruchtbarkeit führt.

Als Sicherheitsabstand zwischen Empfängnis und der letzten Einnahme von Mtx werden Zeiten von 3 bis 6 Monate angegeben. Da es keinen rationalen Grund für einen Zeitraum von 6 Monaten gibt, berate ich selber meine Patientinnen dahingehend, dass die Empfängnisverhütung 3 Monate nach Beendigung der Methotrexat-Therapie beendet werden und entsprechend die Planung einer Schwangerschaft 3 Monate nach Ende der Mtx-Therapie begonnen werden kann.

Da Methotrexat ein Folsäure-Antagonist ist, d.h. ein Gegenspieler des Vitamins Folsäure, und da ein möglicher Mechanismus für die Schädigung des ungeborenen Kindes unter einer laufenden Methotrexat-Therapie ein Folsäuremangel sein könnte, empfehle ich auf jeden Fall vor einer geplanten Schwangerschaft eine ausreichende Versorgung mit Folsäure. Praktisch sieht das so aus, dass ich meinen Patientinnen zeitgleich mit dem Absetzen der Mtx-Therapie die tägliche Einnahme von Folsäure empfehle. Dies ist im Hinblick auf die geplante Schwangerschaft auch unabhängig von einer Mtx-Behandlung eine sinnvolle Maßnahme, da ein ausreichendes Folsäuredepot im Körper ohnehin für eine anstehende Schwangerschaft gut ist.

 

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