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Fragen und Antworten

Eine Frage von Simone P.:

Ich bekomme das MTX schon ca. 7 Jahre. Welche Kontrollen bzw. welche Blutwerte etc. sind wichtig zu überprüfen, um beginnende Nebenwirkungen nicht zu spät zu bemerken?????

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 1.01.1970:

Zum routinemäßigen Überwachungsprogramm unter einer Mtx-Therapie gehört die regelmäßige Befragung des Patienten nach möglichen Nebenwirkungen, eine körperliche Untersuchung und die Bestimmung von Blutwerten. Wenn eine Mtx-Therapie gut vertragen wird, sind dabei mit zunehmender Therapiedauer größere Intervalle ausreichend, bei einer unproblematisch verlaufenden Therapie in der Regel Abstände von 6 Wochen bis 3 Monaten.

Bei den Blutwerten unterscheidet man solche, die zum Sicherheitsmonitoring der Therapie durchgeführt werden von solchen, die dem Verlaufsmonitoring der Krankheitsaktivität dienen und weiteren Kontrollen.

Untersuchungen zum Sicherheitsmonitoring der Therapie sind:

· großes Blutbild einschließlich Differentialblutbild und Thrombozyten (Blutplättchen)

· Leberwerte (“Transaminasen“: GOT, GPT, yGT; z.T. wird auch nur die GPT bestimmt)

· Nierenfunktionsparameter (Kreatinin und Harnstoff; oft wird nur Kreatinin („Krea“) bestimmt)

· Urinstatus und Urinsediment

Unabhängig davon sollten auch die Blutwerte bestimmt werden, mit denen die Krankheitsaktivität im Verlauf überprüft wird. Dazu gehören insbesondere

· Blutsenkungsgeschwindigkeit („Blutsenkung“, BSG) und

· CRP

Eine differenziertere Entzündungsdiagnostik umfasst zusätzlich weitere Parameter, z.B.

· Serum-Elektrophorese und

· Immunglobuline (IgG, IgA, IgM)

Zur differenzierten rheumatologischen und immunologischen Diagnostik gehören darüber hinaus solche Parameter wie

· Rheumafaktoren

· Antinukleäre Antikörper (ANA), ggf. mit weiterer Differenzierung wie

· Antikörper gegen doppelsträngige DANN (dsDNA-Ak)

· Extrahierbare nukleäre Antigene (ENA)

· Filaggrin bzw.

· Cyclische citrullinierte Peptide (CCP-Antikörper).

Weitere diagnostische Maßnahmen im Verlauf einer Mtx-Therapie sind von der individuellen Situation abhängig.

Als die Methotrexat vor mittlerweile mehr als 20 Jahren in die Therapie der rheumatoiden Arthritis und anderer entzündlich-rheumatischer und immunologischer Systemerkrankungen eingeführt wurde, gehörte zu den regelmäßigen Maßnahmen unter einer längerdauernden Mtx-Therapie die Leberpunktion. Heute weiss man, dass es unter der Mtx-Therapie nicht zu Leberschädigungen kommt, wenn die oben genannten Leberwerte bei den Kontrollen immer normal sind. Deshalb ist heute eine Leberpunktion auch bei einer längerdauernden Therapie mit Mtx, z.B. über viele Jahre, nicht mehr nötig.

Teilweise wird unter einer längerdauernden Mtx-Therapie eine routinemäßige Röntgenuntersuchung der Lunge („Röntgen-Thorax“) und eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums mit Darstellung von Leber und Milz („Abdomen-Sonographie“) veranlasst. Strikt vorgeschrieben sind beide Maßnahmen nicht. Ob und in welchem Abstand sie durchgeführt werden sollten, richtet sich nach dem Alter des Patienten, der Krankheitsaktivität und der Schwere der Erkrankung, möglichen Begleiterkrankungen, der Begleittherapie und weiteren Faktoren, z.B. Übergewicht, Nikotin- und Alkoholkonsum etc.

 

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