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Fragen und Antworten

Eine Frage von Patient aus Hamburg:

Aus der Telefonsprechstunde vom 07.01.2004: Ein männlicher Patient aus Hamburg mit einem seit 20 Jahren bestehenden Morbus Bechterew hat von der Möglichkeit zur Therapie mit Tumornekrosefaktorinhibitoren gehört und erkundigt sich nach möglichen Nebenwirkungen der Anti-TNF-Therapie

Die Antwort gibt Prof. Dr. med. Gerd Horneff, 19.02.2004:

Zur Therapie mit TNF-Hemmern stehen derzeit 3 Medikamente, 1 löslicher Rezeptor sowie 2 Antikörper, zur Verfügung. Ein Antikörper besteht zum Teil aus Mauseiweiß, so dass allergische Reaktionen zu befürchten sind. Der andere aus nur menschlichem Eiweiß bestehende Antikörper ist nur zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis, also der chronischen Polyarthritis, nicht aber zur Behandlung des Morbus Bechterew zugelassen. Bei beiden Antikörpern ist mit dem Risiko für das Auftreten von Infektionen, insbesondere auch dem Ausbrechen einer im Körper ruhenden Tuberkuloseinfektion zur rechnen. Der lösliche TNF-Rezeptor, das Medikament heißt Enbrel, wird 2x wöchentlich unter die Haut gespritzt. Lokalreaktionen, die in der Regel nicht zur Beendigung der Therapie führen, sind möglich. Darüber hinausgehende allergische Reaktionen sind selten. Infektionen treten wahrscheinlich nicht häufiger auf als mit einer herkömmlichen Therapie. Bei allen TNF-Hemmern ist wahrscheinlich eine besondere Vorsicht geboten bei Vorliegen von Herzerkrankungen. Sehr selten dürfte das Auftreten von Autoimmunerkrankungen des Blutes, der Haut oder des Nervensystems durch eine Therapie mit TNF-Hemmern verursacht werden.

 

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