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Fragen und Antworten

Eine Frage von Johanna R.:

Da ich zur Therapie meiner rheumatoiden Arthritis schon erst Azulfidine, dann Arava dann Arava in Kombination mit Mtx-Tabletten, dann mit Mtx-Spritzen, dann Azulfidine/Arava und jetzt wieder Azulfidine/Mtx-Spritze erhalten habe (immer unter Beigabe von Cortison) und nichts befriedigend geholfen hat, aber wohl Mtx jedesmal meine Leberwerte in die Höhe treibt, ist es letzte Woche abgesetzt worden.

 

Nun soll ich ein TNF-alpha-hemmendes Medikament bekommen.

 

Ich habe folgendes Problem:

 

Vor 25 Jahren war ich an einer offenen Tuberkulose (Tbc) erkrankt, die nach Behandlung aber ausgeheilt ist. Haben Sie Erfahrungen damit, welches der neuen Medikamente (einschließlich Humira) für mich möglicherweise das risikoärmste ist?????

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 19.02.2004:

Ein erhöhtes Risiko für die Reaktivierung einer vorbestehenden Tuberkulose besteht vor allem bei den TNF-Antikörpern, d.h. bei Infliximab (Remicade) und Adalimumab (Humira), in geringerem Ausmaß bei dem löslichen TNF-alpha-Rezeptor Etanercept (Enbrel).

 

Bevor eine Therapie mit einem TNF-alpha-Antikörper (Remicade, Humira) begonnen wird, ist deshalb eine Testung auf eine Tuberkulose mittels eines entsprechenden Hauttestes vorgeschrieben. Wenn dieser Test negativ ist, d.h. keine Reaktion erfolgt, wird das Risiko hinsichtlich einer Tuberkulose-Reaktivierung gemeinhin als relativ niedrig eingeschätzt. Wenn man Bedenken hat, kann man im übrigen eine sogenannte Tuberkulose-Prophylaxe mit dem Medikament INH parallel zum Beginn der TNF-alpha-Blocker-Therapie durchführen.

 

Wir selber veranlassen in der Regel auch vor Einleitung einer Enbrel-Therapie ein Tuberkulose-Screening. Im Gegensatz zu den anderen Substanzen ist dieses aber für Enbrel nicht zwingend vorgeschrieben.

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