Sie sind hier: rheuma-online » Archiv » Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Eine Frage von Markus P.:

Ich hätte eine dringende Frage, die ich sehr schnell beantwortet haben muss.

Meine Freundin ist ca. in der 9. Schwangerschaftswoche, sie hat im Oktober 2002 das letzte Mal Arava eingenommen (sie hat Arava 10mg nur ca. 4 Monate eingenommen).

Meine Frage ist jetzt, da das Medikament nicht ausgeschwemmt wurde, ob es für das Kind gefährliche Folgen haben kann. Wäre es möglich, daß der wirksame Metabolit nach so einer kurzen Einnahmezeit schon aus dem Körper ausgeschieden ist, da ich von einer Zeit von bis zu 2 Jahren gelesen habe. Kann man in der 9. Woche noch mit Kohletabletten ausschwemmen?

Ich wäre um eine schnelle Antwort dankbar.

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 26.01.2004:

Wenn Arava nur für 4 Monate und in einer Dosis von 10 mg (und ohne vorherige Aufsättigung mit 100 mg für 3 Tage) eingenommen wurde, kann es sein, daß sich zur Zeit kein wirksamer Metabolit mehr im Körper befindet und das Kind nicht gefährdet ist. Allerdings besteht keine Sicherheit.

Ein Auswaschverfahren zum jetzigen Zeitpunkt macht keinen Sinn, da die kritische Phase der Entwicklung des Kindes im Mutterleib schon längst vorbei ist.

Eine Möglichkeit sehe ich darin, jetzt den Spiegel des wirksamen Metaboliten zu bestimmen. Damit hätte man eine gewisse Information zur gegenwärtigen Situation und könnte abschätzen, ob ein Risiko für Missbildungen besteht.

Wenn man sich auf einen rechtlich absolut sicheren Standpunkt zurückzieht, muß ich Ihnen sagen, daß eine medizinische Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch vorliegt, d.h. die Schwangerschaft beendet werden sollte, da ein erhöhtes Missbildungsrisiko beim Kind nicht sicher ausgeschlossen werden kann.

Keywords: Leflunomid * Arava * Schwangerschaft * Schwangerschaft unter Arava * Schwangerschaftsabbruch * Medizinische Indikation

 

Copyright © 1997-2022 rheuma-online
rheuma-online Österreich
 
Alle Texte und Beiträge in rheuma-online wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Irrtümer sind jedoch vorbehalten. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Jegliche Haftungsansprüche, insbesondere auch solche, die sich aus den Angaben zu Krankheitsbildern, Diagnosen und Therapien ergeben könnten, sind ausgeschlossen.