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Fragen und Antworten

Eine Frage von M.Z.:

Ich werde wegen einer Psoriasisarthritis demnächst mit TNF-Alpha behandelt (Enbrel). Da ich 1966 eine TB-Impfung erhalten habe, reagierte ich auf den Mantoux-Test positiv. Da die Reaktion relativ heftig war, werde ich nun prophylaktisch 9 Monate mit Isozid 300 mg behandelt. Dieses Mittel soll eventuelle, schlafende TB-Erreger abtöten.

 

Hierzu habe ich folgende Fragen:

 

- Kann ich denn nach dieser Behandlung Probleme mit TB in Zusammenhang mit dem TNF-Alpha ausschliessen?

 

- Schützt diese Behandlung vor einer neuen Ansteckung?

 

- Inwieweit ist mein Schutz von der Impfung her noch gegeben?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 7.07.2004:

Insgesamt ist unter einer Therapie mit Etanercept (Enbrel) im Vergleich zu den TNF-Antikörpern wie Infliximab (Remicade) oder Adalimumab (Humira) das Risiko für das Auftreten einer Tuberkulose niedriger. Mit der prophylaktischen Isozid-Behandlung wird dieses ohnehin schon niedrige Risiko noch weiter ganz erheblich verringert, so daß man nach aller Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, daß Sie vor einer Tuberkulose unter der nun anstehenden Behandlung mit Enbrel keine Sorge haben müssen.

Ob die von Ihnen beschriebene relativ heftige Reaktion im Mantoux-Test auf die lange zurückliegende Impfung im Jahr 1966 zurückzuführen ist, ist fraglich. Ihre Ärzte scheinen m. E. eher davon auszugehen, daß dies nicht so ist, da sie sonst die Isozid-Therapie nicht eingeleitet hätten (diese wird ja vermutlich deshalb gemacht, da nicht auszuschließen ist, daß bei Ihnen derzeit eine verborgene Tuberkulose besteht und man verhindern möchte, daß diese unter der Therapie mit dem TNF-alpha-Blocker aktiviert wird). Insofern denke ich, daß man sich auf einen möglichen Schutz von der sehr lange zurückliegenden Impfung eher nicht verlassen sollte.

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