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Fragen und Antworten

Eine Frage von Beatrice O.:

Ich leide seit 2002 an einer schweren chronischen Uveitis und wurde anlässlich einer stationären Behandlung in einer Reha-Klinik auf Endoxan eingestellt. Außerdem leide ich seit 2002 an Gelenkschmerzen, die immer schlimmer werden, und Morgensteifigkeit. Jetzt wurde der V.a. Lupus geäußert. Ich kann teilweise früh nicht laufen, erst große Anstrengungen und Bewegung hilft weiter. Mich quält dauernde Müdigkeit, und ich habe Depressionen. Als vierfache Mutter mit einem an MS erkrankten Mann ein unhaltbarer Zustand.

 

Die Entzündungswerte und die ANA sind sehr hoch. Was raten Sie mir????????

 

Die Finger schwellen stets sehr an. Die Ballen an den Füßen sind rot und dick und Schmerzen sehr. Kommt eine Therapie mit TNF-alpha-Blockern bei mir in Frage?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 7.07.2004:

Die entscheidende Frage ist, auf welche Ursache die Uveitis zurückgeht. Es gibt eine Uveitis in der Folge von Infektionen, z.B. mit Borrelien oder Yersinien, dann im Rahmen von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, insbesondere von seronegativen Spondarthritiden (M. Bechterew und verwandte Erkrankungen), darüber hinaus auch bei immunologischen Systemerkrankungen, z.B. Vaskulitiden, seltener auch bei Kollagenosen, z.B. dem systemischen Lupus erythematodes („Lupus“, SLE), nicht zuletzt auch bei der Sarkoidose und anderen, selteneren Erkrankungen. Die Behandlung richtet sich dann natürlich nach der Krankheitsursache bzw. nach der Grunderkrankung.

Bei einer schweren und wiederkehrenden Uveitis, die auf eine entzündlich-rheumatische Ursache zurückgeht und deren Behandlung nur mit hohen Cortisondosen gelingt und / oder die mit Absetzen des Cortisons sofort wieder auftritt, setzen Rheumatologen in Abhängigkeit vom individuellen Einzelfall mit z.T. sehr gutem Erfolg das langwirksame Antirheumatikum Sulfasalazin ein. Dies wirkt nach den Erfahrungen aus klinischen Studien bei einer Uveitis im Zusammenhang mit einem M. Bechterew oder verwandten Erkrankungen. Kommt es unter einer solchen Therapie (zunächst in Kombination mit Cortison) nicht zu einer befriedigenden Krankheitskontrolle, kann im Einzelfall auch ein Versuch mit TNF-alpha-Blockern unternommen werden. Allerdings sollte eine solche Therapie von einem internistischen Rheumatologen für notwendig gehalten und von ihm auch durchgeführt werden.

 

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