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Fragen und Antworten

Eine Frage von Klaus-Jürgen P. aus Berlin:

Helfen die neuen Medikamente auch bei Morbus Crohn und Weichteilrheuma?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 13.12.2002:

1. TNF-alpha-Blocker bei M. Crohn

 

Der TNF-alpha-Blocker Infliximab (Remicade) ist für die Behandlung von schweren Formen des M. Crohn in Deutschland zugelassen. Von Patienten mit einer Gelenk- und Wirbelsäulenbeteiligung bei M. Crohn wissen wir, dass die Therapie mit Infliximab auch einen positiven Effekt auf die Arthritis bzw. Spondarthritis und die sogenannten „enthesiopathischen“ Beschwerden hat, d.h. die Gelenkschmerzen, Gelenkschwellungen, die entzündlich bedingten Rückenschmerzen und die Schmerzen im Bereich von Sehnenansätzen und Schleimbeuteln. Allerdings gibt es dazu noch keine Ergebnisse aus kontrollierten wissenschaftlichen Studien. Unseres Wissens wird eine solche klinische Studie aber gegenwärtig in Deutschland durchgeführt.

 

Zum Einsatz von Etanercept (Enbrel) bei M. Crohn liegen Daten bislang nur aus einer einzigen klinischen Studie vor, die für die Darmbeteiligung keine überzeugende Wirksamkeit belegen. Wahrscheinlich spielt die unterschiedliche Art der TNF-Blockade (monoklonaler Antikörper gegen TNF-alpha im Fall von Infliximab, löslicher TNF-alpha-Rezeptor im Fall von Etanercept) gerade beim M. Crohn eine wichtige Rolle für die Wirksamkeit im Bereich des Darms.

 

 

 

2. TNF-alpha-Blocker bei Weichteilrheuma

 

Weichteilrheuma ist ein – von uns selber nicht gerne verwendeter – Oberbegriff für eine Vielzahl von rheumatischen Erkrankungen, die sich nicht, wie es der Name schon sagt, am Knochen oder den Gelenken abspielen, d.h. „harten“ Strukturen, sondern an den Weichteilen. Dies umfassen beispielsweise die Muskulatur, die Sehnen, die Schleimbeutel, aber auch die Haut. Die „weichteilrheumatischen“ Erkrankungen haben ganz unterschiedliche Ursachen und werden auch ganz unterschiedlich behandelt. Die Frage nach dem Einsatz von TNF-alpha-Blockern bei Erkrankungen aus dieser großen Krankheitsgruppe kann insofern nur beantwortet werden, wenn die genaue Diagnose bekannt ist.

 

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