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Fragen und Antworten

Eine Frage von Werner N.:

Ich gehört, daß es unter einer Therapie mit TNF-alpha-Blockern zu Todesfällen gekommen ist. Gibt es tatsächlich Todesfälle bei diesen Behandlungen in Deutschland/weltweit?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 12.03.2004:

In der Tat ist es in einigen wenigen Fällen auch in der Folge der TNF-alpha-Blocker-Therapie zu Todesfällen gekommen, u.a. auch in der Folge von sehr schweren Infektionen und u.a. auch in der Folge von sehr schweren (und z.T. zunächst nicht oder zu spät erkannten) Tuberkulose-Infektionen.

 

Insgesamt ist die Therapie mit TNF-alpha-Blockern eine sichere Therapie mit einem vergleichsweise niedrigen Risiko, wenn sie durch einen Arzt durchgeführt und im Verlauf überwacht wird, der sich damit gut auskennt. Deshalb gilt auch die Forderung, daß eine solche Behandlung nur durch erfahrene Spezialisten durchgeführt werden sollte. Dies sind in der Regel spezialisierte internistische Rheumatologen.

 

Hinsichtlich der Todesfälle muß man im Auge behalten, daß die bisher eingesetzten Medikamente, insbesondere in früheren Zeiten hochdosiertes Aspirin, dann in der Folge lange Indometacin (z.B. Amuno) und auch solche starken Substanzen wie Butazolidin, wie sie im akuten Schub eines M. Bechterew und bei hoher Krankheitsaktivität und bei schweren Verläufen zu Einsatz kamen, später auch die moderneren Substanzen aus der Gruppe der cortisonfreien Entzündungshemmer (nicht-steroidale Antirheumatika oder abgekürzt NSAR wie beispielsweise Diclofenac, Ibuprofen etc.) auch nicht nebenwirkungsfrei sind und sogar mit einem echten Mortalitätsrisiko verbunden sind, das allerdings gemeinhin entweder nicht bekannt ist oder aber erheblich unterschätzt wird.

 

So gibt es Daten aus den USA, daß in der Folge einer Therapie mit NSAR mehr Patienten an tödlichen Komplikationen dieser Behandlung versterben, in der Mehrzahl an Magendurchbrüchen und schweren Magen- und Darmblutungen, als an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Dies sind Zahlen, die eine solche „harmlose“ NSAR-Therapie vermutlich als viel kritischer einstufen lassen als die sehr geringe Todesrate unter einer Therapie mit TNF-alpha-Blockern.

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