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Fragen und Antworten

Eine Frage von Renate G.:

Sind die weltweit vermutlichen 200 Todesfälle in der Folge einer Remicade-Therapie unter ärztlicher Kontrolle gewesen (Facharzt)?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 18.09.2002:

Das ist eine außerordentlich wichtige und kluge Frage. Ich selber vertrete immer den Standpunkt, dass eine Therapie mit TNF-alpha-Hemmern wie Infliximab (Remicade) oder auch Etanercept (Enbrel) eine vergleichsweise sichere Therapie ist, wenn sie von Ärzten durchgeführt und überwacht wird, die damit eine ausreichende Erfahrung haben (dies sind in der Regel internistische Rheumatologen). Für diese Auffassung gibt es gute Argumente.

 

Allerdings schützt auch die größte Erfahrung in der Anwendung von TNF-alpha-Blockern nicht davor, dass es darunter nicht auch zu schweren Infektionen oder anderen möglicherweise sogar gefährlichen anderen Komplikationen kommen kann. Der mit solchen Therapien erfahrene Arzt ist dann aber eher in der Lage, in einem solchen Fall die Situation richtig einzuschätzen, und auch eher in der Lage, die dann notwendigen diagnostischen Schritte und Therapiemaßnahmen unverzüglich und mit den richtigen Mitteln einzuleiten.

 

Mir liegen allerdings im Hinblick auf den Kern Ihrer Frage noch keine vollständigen Daten zu den einzelnen Todesfällen vor (die im übrigen überwiegend in den USA vorkamen), insbesondere auch noch keine kompletten Informationen über die genauen Begleitumstände, so dass ich derzeit nicht sagen kann, ob ein möglicher Ko-Faktor für das Eintreten der tödlichen Komplikationen auch ein unzureichendes oder nicht ausreichend qualifiziertes Therapiemonitoring war.

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