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Fragen und Antworten

Eine Frage von Kathrin F.:

Ich (33) nehme mittlerweile 5 Jahre bei cP regelmäßig NSAR zusätzlich zur Cortisontherapie ein. Vor 2 1/2 Jahren habe ich die Aravatherapie wegen Kinderwunsch beendet, Arava vorschriftsmäßig ausgewaschen und als Dauermedikation Cortison und Diclofenac weitergenommen. Seither erfüllte sich der Kinderwunsch nicht.

Jetzt las ich in einer Veröffentlichung, dass es unter einer längerfristigen NSAR-Einnahme zur Unfruchtbarkeit kommen kann, diese allerdings bei Absetzen der NSAR reparabel ist. Können Sie diese Information bestätigen und gibt es eventuell eine Alternative zu den NSAR, die ich stattdessen einnehmen kann? Da bei uns im Hinblick auf den Kinderwunsch alles soweit in Ordnung ist, gibt es keine weitere Erklärung für die Unfruchtbarkeit.

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 1.01.1970:

Es gibt einige wenige Hinweise aus Studien, daß es unter der Einnahme von cortisonfreien Entzündungshemmern zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit bei einer Frau kommen kann, wahrscheinlich dadurch, daß durch die Hemmung des Enzyms COX2 durch diese Medikamente der Eisprung verhindert werden kann.

Im Zweifelsfall macht es deshalb bei einer geplanten Schwangerschaft Sinn, diese Medikamente abzusetzen (so es von Seiten der Erkrankung geht).

Ansonsten wäre niedrig-dosiertes Cortison unter Umständen eine mögliche Alternative.

Als langwirksames Antirheumatikum kommt bei rheumatoider Arthritis und Kinderwunsch bei einer Frau unter Umständen Sulfasalazin in Betracht, weiterhin Ciclosporin.

Keywords: cortisonfreie Entzündungshemmer * nicht-steroidale Antirheumatika * NSAR * Unfruchtbarkeit * Infertilität * Schwangerschaft * langwirksame Antirheumatika * LWAR * DMARDs * Sulfasalazin * Ciclosporin

 

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