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Fragen und Antworten

Eine Frage von Heike S.:

Seit Mitte Jan. nehme ich jetzt MTX 12,5 mg und gehe jedesmal nach der Einnahme 2 Nächte spazieren. Denn die Beine sind sooo unruhig und heiß, dass ich nicht liegen kann. Wenn ich mich dann bewege, geht es besser, lege ich mich wieder hin, geht es von vorne los :-(( . Kann das mit dem MTX zusammen hängen oder spinnt mein Lupus nun noch 2x die Woche extra ;-) .

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 1.04.2002:

Methotrexat kann in seltenen Fällen auch neurologische Nebenwirkungen machen. Die beschriebenen Symptome hören sich aus der Ferne nach einer Problematik an, die man als "restless legs" bezeichnet. Ich habe von meinen Patienten solche Symptome unter Mtx noch nicht berichtet bekommen, halte aber einen Zusammenhang für möglich. Andererseits kann es eine Reihe von Ursachen für restless legs geben.

Was gibt es an allgemeinen Empfehlungen, um die Verträglichkeit von Mtx zu steigern?

Zum einen sollte man 48 Stunden nach der Mtx-Einnahme Folsäure einnehmen (da es unter Folsäureeinnahme zu einer leichten Abschwächung der Mtx-Wirkung kommt, ist dieses zumindest bei mir keine Routinemaßnahme, aber wichtig beim Auftreten von Nebenwirkungen). Zum anderen kann man durch einen Auslassversuch klären, ob überhaupt ein Zusammenhang mit der Mtx-Einnahme besteht (natürlich in Absprache mit dem behandelnden Rheumatologen!). Wenn ein solcher Zusammenhang wahrscheinlich ist, stellt sich die Frage, ob man die Symptome durch eine entsprechende symptomatische Therapie angeht oder ob man die Therapie grundsätzlich umstellt.

Zum restless-legs-Syndrom: Das restless-legs-Syndrom ist relativ häufig und tritt vor allem bei Patienten nach dem 50. Lebensjahr auf. Man kennt die genaue Ursache nicht. Es scheint eine gewisse genetische Belastung zu geben, denn bei mehr als 30% der Patienten gibt es blutsverwandte Familienangehörige, die ebenfalls an einem restless-legs-Syndrom leiden. Die Symptome melden sich unmittelbar vor dem Einschlafen und äußern sich in unangenehmen Empfindungen in den Beinen, die man schwer beschreiben kann und die sich durch Bewegung vorübergehend bessern. Da die Patienten wegen der Beschwerden oft nicht einschlafen können, kommt es häufig zu einem Schlafentzug, der die Lebensqualität beträchtlich einschränkt.

Die Therapie ist oft nicht ganz einfach und schlägt bei vielen Patienten auch nicht sofort an. Man muss oft mehrere Medikamente ausprobieren.

Typischerweise werden in erster Linie sogenannte Dopaminagonisten (Pergolid) und Anti-Parkinson-Mittel (Levodopa oder Carbidopa) eingesetzt. Alternativ kommen Medikamente zur Anwendung, die man auch in der Schmerztherapie verwendet (Oxycodon, Carbamazepin und Gabapentin). Durch Schlafmittel wie Benzodiazepine (Vorsicht: Abhängigkeitspotential) kann versucht werden, das nächtliche Erwachen zu verhindern, die nächtlichen Bewegungen werden davon allerdings nicht beeinflusst.

 

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