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Fragen und Antworten

Eine Frage von Dr. S.J.:

Sehr geehrte Kollegen,

bei Diabetikern Typ 2 ist bekannterweise der TNF-alpha-Wert auch deutlich erhöht. In welcher Größenordnung bewegen sich die TNF-alpha-Spiegel bei Rheumatikern, Asthmatikern und Diabetikern?

Gibt es im nördlichen Rheinland-Pfalz oder im Köln/Bonner Raum ein Labor, das entsprechende Paramter untersucht?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 4.07.2005:

Bei den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, der Psoriasis-Arthritis oder dem M. Bechterew finden sich zwar auch erhöhte TNF-alpha-Spiegel im Blut, wobei mir keine Daten dazu bekannt sind, dass die klinische Krankheitsaktivität strikt mit den TNF-alpha-Serum-Spiegeln korreliert. Die wesentliche Rolle von TNF-alpha bei der Pathogenese der genannten Erkrankungen ist auf der Gewebsebene einzuordnen, d.h. auf der Ebene der unmittelbaren Zell-Zell-Interaktionen vor Ort. Hier zeigen sehr viele Untersuchungen, dass TNF-alpha in den betroffenen Geweben stark erhöht ist, beispielsweise in den Gelenken bei der Arthritis, in den Sakroiliakalgelenken bei der Sakroileitis oder in den Sehnenansätzen bei der entzündlichen Enthesiopathie, weiterhin im übrigen auch in den psoriatischen Plaques bei der Psoriasis.

In der täglichen rheumatologischen Routine wird TNF-alpha im Serum nicht bestimmt, deshalb kann ich Ihnen auch kein Labor nennen, das solche Untersuchungen durchführt. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass das immunologische Labor von Prof. Seelig in Karlsruhe solche Untersuchungen durchführt.

Wir steuern im übrigen auch die Therapie nicht nach den TNF-alpha-Serum-Spiegeln, was vom gedanklichen Ansatz her eine schöne Sache wäre, sondern nach dem klinischen Ansprechen. Dies hängt mit dem genannten Umstand zusammen, dass die Rolle von TNF-alpha vor allem lokal und nicht  systemisch vermittelt wird.

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